Flatrate-Sterben: Wer ist schuld?

Flatrate - Was ist das?

Bei der Definition einer Flatrate als "eine monatliche Pauschale für Zugangskosten inklusive Telefongebühren" sind sich Nutzer und Anbieter einig. Lediglich bei der genauen Auslegung scheiden sich die Geister. So mancher Nutzer ist davon überzeugt, dass er sich mit einer Flatrate quasi eine Standleitung ins Haus holt. Bei der Auswahl des Providers gehen dabei mehr als die Hälfte aller Benutzer nach dem Preis.

Sparen ist Hauptmotiv: Mehr als die Hälfte aller Befragten gehen bei der Auswahl einer Flatrate nach dem Preis. (Quelle: tecChannel-Leserumfrage)
Sparen ist Hauptmotiv: Mehr als die Hälfte aller Befragten gehen bei der Auswahl einer Flatrate nach dem Preis. (Quelle: tecChannel-Leserumfrage)

Die Anbieter müssen an die Telekom Interconnection-Gebühren abführen, die auf Minutenbasis abgerechnet werden. Im günstigsten Fall (Abendstunden und Wochenende im City-Bereich) fallen dabei 1,08 Pfennig netto an. Bei einer Flatrate zu 79 Mark ergibt sich also rein rechnerisch schon nach knapp 90 Stunden im Monat ein Minus. Dabei sind Kosten für Marketing, Support und sonstige Infrastruktur noch nicht eingerechnet.

Lange Online: Wer eine Flatrate hat, nutzt sie auch aus. 40 Prozent aller Kunden sind mehr als fünf Stunden täglich online. (Quelle: tecChannel-Leserumfrage)
Lange Online: Wer eine Flatrate hat, nutzt sie auch aus. 40 Prozent aller Kunden sind mehr als fünf Stunden täglich online. (Quelle: tecChannel-Leserumfrage)

Mit der reinen Provider-Dienstleistung kann sich also eine Flatrate niemals selbst tragen, denn nur Vielsurfer werden sich überhaupt eine Flatrate zulegen. Und die kommen dem Provider teuer. Der Versuch, sich über andere Kanäle wie Werbung zusätzlichen Umsatz zu verschaffen, hat nicht gefruchtet. Die Erotik-Flatrate oder der Schuss ins Blaue von XLOnline sind gescheitert.