Nicht ganz ohne Kompromisse

Latenzzeiten, Many-to-Many-Test

Bei den Latenzzeiten bot sich dem Betrachter ein ungewöhnliches Bild. Denn die Werte im Fast-Ethernet-Betrieb unter voller Last unterscheiden sich nur wenig von denen bei 90 Prozent anliegender Last. Während die Zeiten bei 100 Prozent durchweg sehr gut ausfallen, steigen die Latenzzeiten bei 90 Prozent mit zunehmender Paketgröße zu stark an und drücken das Ergebnis. Anders dagegen die Gigabit-Ethernet-Werte: Sowohl bei 90 Prozent als auch bei 100 Prozent Last waren alle gemessenen Werte sehr gut.

Beim Many-to-Many-Test werden die IP-Subnetze ähnlich wie beim One-to-One-Test aufgesetzt, bloß dass in diesem Szenario jeder Port mit gleichmäßigem Anteil an alle anderen Ports sendet, so dass an jedem Port volle Last anliegt. Wie schon bei den anderen Durchsatz-tests leistete sich der Cajun P 550 keine Schwäche und brachte alle Pakete, egal welcher Größe, ans Ziel. Auch den "Head of Line Blocking"-Test bestand das Gerät ohne Tadel. Bei dem Versuchsaufbau wird überprüft, ob eine Überlast-Situation an einem Port A zu Auswirkungen am Port B führt. Dazu sendete Port 1 nach Port 3 und Port 4 mit jeweils 50 Prozent Last, und Port 2 sendete mit 100 Prozent Last nach Port 4. Obwohl so Port 4 zu 150 Prozent beschickt wurde, wirkte sich das an dem weniger belasteten Port 3 nicht negativ aus. Test bestanden. Die Messungen erfolgten sowohl mit Fast-Ethernet als auch mit Gigabit-Ethernet.

Das Fast-Ethernet-Board verhält sich auf MAC- und IP-Ebene fast gleich. Die Latenzzeiten unter 90 Prozent Last sind relativ hoch.
Das Fast-Ethernet-Board verhält sich auf MAC- und IP-Ebene fast gleich. Die Latenzzeiten unter 90 Prozent Last sind relativ hoch.
Foto:

Als abschließende Prüfung auf Layer 3 kontrollierte der Layer-3-Gap-Checker-Test, ob der Switch beim Weiterleiten der Pakete den vom Standard geforderten "Inter Fame Gap" von 960 Nanosekunden bei Fast-Ethernet und 96 Nanosekunden bei Gigabit-Ethernet einhält. Dabei sendet der Testgenerator die Pakete mit kleineren zeitlichen Abständen an den Testkandidaten. Lucents Implementierung entspricht voll und ganz den Anforderungen des Standards. Würden die Pakete aber mit den kleineren Interframe gaps weitergeleitet, könnten andere Switches die Pakete möglicherweise nicht weiterleiten und teilweise verwerfen. Nach den Versuchen auf IP-Ebene führten wir die gleichen Tests auch auf Layer 2 durch. Sowohl beim One-to-One-Durchsatztest als auch in der Many-to-Many-Situation erreichte der Cajun P 550 bei allen Paketgrößen den maximalen Durchsatz und leistete sich daher auch keine Paketverluste. Und zwar sowohl im Fast-Ethernet- als auch im Gigabit-Ethernet-Betrieb. Bei den Latenzzeiten reagierte der Switch wie bei den Layer-3-Latenzzeit-Messungen und zeigte bei 90 Prozent Last und größeren Paketen die schwächste Performance. Bei hundertprozentiger Belastung waren die Ergebnisse wiederum sehr gut. Im Gigabit-Ethernet-Betrieb erreichte er durchweg sehr gute Ergebnisse.