Netzwerkwissen, Teil 1

Grundlagen zu Routing und Subnetzbildung

Verbindungslose Netzwerkdienste

Die meisten Netzwerkdienste verwenden ein verbindungsloses Transportsystem, das heißt, sie behandeln jedes eingehende Paket für sich und schicken es auf seinen Weg durch das Netzwerk. Dabei kann es zwar sein, dass die Pakete unterschiedliche Wege durch das Netzwerk nehmen, aber beim Empfänger werden sie wieder in der korrekten Reihenfolge zusammengesetzt. In einem verbindungslosen System wird der Empfänger vor dem Versand des Pakets nicht kontaktiert.

Eine Analogie für ein verbindungsloses System ist das Postsystem. Der Empfänger wird (normalerweise) vom Absender nicht kontaktiert, bevor dieser einen Brief an ihn verschickt. Welchen Weg der Brief nimmt, ist weder für den Absender noch für den Empfänger von Belang, und der Empfänger erfährt von dem Brief meist erst, wenn dieser eintrifft.

Verbindungsloser Transport: Jedes eingehende Paket wird für sich behandelt und auf den Weg geschickt.
Verbindungsloser Transport: Jedes eingehende Paket wird für sich behandelt und auf den Weg geschickt.

Verbindungslose Netzwerkprozesse werden oft auch als paketvermittelte Prozesse bezeichnet. Bei diesen Prozessen können Pakete, wenn sie vom Absender an den Empfänger geschickt werden, nicht nur unterschiedliche Wege nehmen, sondern sie kommen (möglicherweise) auch in der falschen Reihenfolge an. Netzwerkgeräte ermitteln den besten Pfad basierend auf Kriterien, die sich während des Versands von Paket zu Paket ändern können (beispielsweise kann die verfügbare Bandbreite die Pfadermittlung beeinflussen).

Das Internet ist ein riesiges verbindungsloses Netzwerk, in dem der gesamte Pakettransport über IP abgewickelt wird. TCP (Schicht 4) ergänzt den IP-Transport mit verbindungsorientierten und zuverlässigen Diensten. TCP-Segmente werden für den Transport über das Internet in IP-Pakete gekapselt.

IP ist ein verbindungsloses Protokoll, das heißt, es behandelt jedes Paket individuell. Wenn Sie also beispielsweise mit einem FTP-Programm eine Datei herunterladen, dann schickt IP diese Datei nicht in einem langen, ununterbrochenen Datenstrom, sondern paketweise. Jedes Paket kann dabei andere Wege nehmen, und das eine oder andere kann sogar verloren gehen. IP überlässt es dem Transportschichtprotokoll festzustellen, ob Pakete verloren gegangen sind und neu übermittelt werden müssen. Ferner ist die Transportschicht auch für die Wiederzusammensetzung der Pakete zuständig.