Der Tod des Free-PC

Fragwürdige Angebote

Gerade die kleineren Anbieter gingen in der Regel recht dreist bei der Zusammenstellung ihrer so genannten Free-PC-Angebote zu Werke. Das "Lockangebot" war meist nur wenig verlockend, der scheinbar so preiswerte PC entpuppte sich bei näherer Betrachtung nicht selten als völlig veraltete Hardware. Dies wurde gepaart mit einem verklausulierten Vertragskonzept, das für den entsprechenden Spareffekt sorgen sollte. Die Skala reichte von Providerverträgen über Stromanbieter-Bindung bis hin zu Zeitschriften-Abonnements. Die Laufzeit der entsprechenden Verträge war in der Regel langfristig und kaum unter 24 Monaten. In Zeiten von ständig wechselnden Tarifen, Internet by Call und Flatrates allenfalls ein Anachronismus.

Verrechnet: Über zahlreiche Zusatzverträge sollte der Preis des Bemi-PCs auf eine Mark schrumpfen.
Verrechnet: Über zahlreiche Zusatzverträge sollte der Preis des Bemi-PCs auf eine Mark schrumpfen.

So rechnete uns beispielsweise Bemi vor, dass man bei Abschluss eines ISDN-Vertrages die Grundgebühr für den bisher vorhandenen analogen Anschluss spare. Dies und ähnlich gewagte Rechenexempel sollten den Preis des Systems auf 1 Mark drücken. Auf Anfrage sagte man bei Bemi, dass derlei Angebote für die Zukunft nicht erneut in Planung seien. Über Stückzahlen der vergangen Aktion wollte sich Bemi nicht äußern.

Deutlichstes Beispiel bleibt wohl der werbefinanzierte PC von Solution by Connecting. Hier war vor der Auslieferung des PCs eine Anmeldegebühr zu entrichten. Auf dieser Gebühr basierte wohl das "Geschäftsmodell" des Anbieters, denn zur Auslieferung des PCs kam es offensichtlich nicht. So sind wohl Hunderte von Kunden geschädigt worden, die zum Teil in Newsgroups ihren Unmut kund tun.