Glückliche Chaoten haben es leichter

Perfektionisten - so wird es nichts mit der Karriere

Auf dem Weg zum glücklichen Chaoten

In ihrem Buch geben Irene Becker und Jutta Meyer-Kles auch gute Tipps, wie etwas chaotische Mitarbeiter mit einfachen Mitteln ein gesundes Maß an Perfektion herstellen können:

  • Perfekte Ordnung: Ihr Schreibtisch ist von Papierstapeln übersät und sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Ihr pedantischer Chef hat sich am Telefon angekündigt, er wolle kurz was besprechen. Halten Sie sich für Notfälle eine der oberen Schubladen frei. Fegen Sie die Stapel bis auf ein paar vermeintlich wichtige Dokumente hinein. Ihr Schreibtisch erweckt den Eindruck hochkonzentrierter und zielgerichteter Arbeit.

  • Kreatives Chaos: Wenn eine Schublade nicht mehr ausreicht, hilft die Flucht nach vorne. Verteilen Sie bunte Post-its mit dicken Pfeilen und Anmerkungen. Ein paar Mind Maps mit farbigen Ästen und unleserlichem Gekritzel runden das Bild ab. Bezeichnen Sie das Ganze als Ihr kreatives Chaos, ohne das Sie gar nicht arbeiten könnten.

  • 80 Prozent als 100 Prozent verkaufen: Das Gerade-weil-Muster" hilft immer, dem Chef ein X für ein U vorzumachen. "Gerade weil die neue Strategie so grundlegend wichtig ist, habe ich die Knackpunkte offengelassen, damit wir gemeinsam das Optimum definieren können!" Wirksamer funktioniert der Trick, wenn Sie ihn mit einer Schmeichelei verbinden: "Ich fand Ihre Ideen zu diesem Thema sehr wertvoll und möchte sie unbedingt integrieren."

  • Lücken kaschieren: Ihnen fehlen noch wichtige Schlussfolgerungen und Lösungsvorschläge? Entwerfen Sie rasch ein paar grobe Vorschläge auf der Basis von Schlagworten. Stellen Sie das Ganze als Szenariotechnik vor und überlassen Sie die Denkarbeit dem Publikum. Das Lob für Ihren interaktiven Vortragsstil kennt keine Grenzen.

  • Der Matador: Packen Sie den Stier bei den Hörnern: Geben Sie Ihre Fehler offen zu und zeigen Sie positive Folgen auf. Wenn Sie einen Fehler eingestehen, anstatt zu versuchen, ihn zu verbergen, nehmen Sie den anderen den Wind aus den Segeln. Seien Sie ehrlich und selbstbewusst: Alle sollen aus Ihren Fehlern lernen. Damit erweisen Sie dem Team einen Dienst.

  • Qualifizierende Gegenfrage: Wenn man auf die Schnelle keine Antwort parat hat, hilft eine fordernde, aber neutrale Gegenfrage: "Welcher Aspekt interessiert Sie besonders?", "Wie ist Ihre Meinung / Erfahrung / Ihr Informationsstand dazu?" Das zwingt den Frager, seine Frage genauer zu erläutern; während dieser Zeit kann Ihr Hirn auf Hochtouren arbeiten, um eine Antwort zu finden.

  • Ablenkung: Ebenso wirksam, aber komplizierter: das Ablenkungsmanöver. Greifen Sie ein Stichwort aus der Frage auf und benutzen Sie es als Überleitung zu einem Thema, bei dem Sie Bescheid wissen. Während Sie darüber reden, können Sie fieberhaft nach Antworten für die ursprüngliche Frage suchen. Wenn Sie das neue Thema gut genug etablieren, wird der Frager vielleicht sogar seine Ausgangsfrage vergessen

  • Begründete Verweigerung: Falls Sie abschätzen können, dass Ihnen auch mit viel Zeitgewinn nichts zu einer Frage einfallen wird, dann verweigern Sie die Auskunft - aber nur mit einer plausiblen Begründung. "Aus abteilungsinternen Gründen möchte ich in dieser Phase noch keine Stellungnahme abgeben" oder "Diese Frage lässt sich in der Kürze der Zeit nur ungenügend beantworten" helfen Ihnen, die Antwort auf die gestellte Frage zu vertagen.

  • Tränendrüse: Manche Vorgesetzte sind durchaus für ein schlechtes Gewissen empfänglich, also auch für Mitleid: Schildern Sie, wie überlastet und gestresst, aber dennoch hoch motiviert und leistungsbereit Sie sind, mit welchen Schwierigkeiten Sie souverän fertig werden. Womöglich fühlt sich der Chef als Ausbeuter, und Sie werden voller Mitgefühl für Ihre heroischen Anstrengungen bewundert.