Alles zu PC100/133-SDRAM

Vorsicht: SDRAM-Fallen

Würden sich alle Modulhersteller an die Spezifikationen von Intel und die Vorgaben von VIA halten, gäbe es wohl wenig Probleme mit den hoch getakteten Speichern. Die DIMMs sind kompatibel zueinander, ein Blick auf die Beschriftung genügt zur schnellen Identifikation und beim Kauf muss man sich keine Sorgen machen, ob das Modul im eigenen PC stabil läuft. Leider weicht die Praxis von der Theorie ab. Bei den einfachen und für den Käufer wichtigen Details fängt es bereits an: die Beschriftung laut PC100/133-Vorgabe. Enthalten sie die teuren Markenmodulen noch größtenteils, sucht man sie bei den DIMMs der zahlreichen OEM-Anbieter meist vergeblich. Von einer kompletten Kennzeichnung mit allen Parametern halten sowieso die Wenigsten etwas. Ein kurzer Schriftzug mit PC100 oder PC133 ist oft alles. Die Ursache für die Sparmaßnahmen: Jede zusätzliche Beschriftung verursacht einen weiteren Fertigungsschritt und damit höhere Produktionskosten.

Bild 4: Falls überhaupt vorhanden, sind viele DIMMs nur mit PC100 oder PC133 beschriftet. Eine vollständige Kennzeichnung gemäß Spezifikation ist Mangelware.
Bild 4: Falls überhaupt vorhanden, sind viele DIMMs nur mit PC100 oder PC133 beschriftet. Eine vollständige Kennzeichnung gemäß Spezifikation ist Mangelware.

Die Problematik mit den höheren Produktionskosten zieht noch weitere Kreise. Die hohen Anforderungen der PC100/133-Spezifikation erfordern ein neues Moduldesign, alte 66-MHz-Platinen mit ihrer Vier-Layer-Technik sind ungeeignet. Neben Entwicklungskosten für die 100/133-MHz-Anpassung müssen auch die Produktionsanlagen dafür geeignet sein. Vor allem bei der Einführung der PC100-Module konnten viele Hersteller die Anforderungen an das neue Design nicht erfüllen. Alte Restposten von PC66-Platinen sowie weiterhin produzierte 66-MHz-PCBs wurden einfach mit 100-MHz-SDRAMs bestückt. Im Einzelbetrieb laufen diese DIMMs zwar oft problemlos, sind aber mehrere Module im PC verbaut, können durch erhöhte Signalbelastungen und veränderte Laufzeiten Probleme beim Speicherzugriff auftreten. Besonders bei unzureichender Kühlung im PC-Gehäuse wirken sich Temperaturerhöhungen drastisch aus. Ein sicherer Indiz für eine nicht PC100-konforme Platine ist der Blick auf die Layer des Moduls: Sind an der oberen Kante des DIMMs nur vier Schichten erkennbar, entspricht es nicht der Spezifikation. PC100/133 sieht sechs Leiterbahnebenen vor.

SDRAM-DIMMs mit EEPROM waren für 66-MHz-FSB-Mainboards nicht erforderlich. Durch die weniger kritischen Timing-Parameter besitzen die PC66-Module kein SPD-EEPROM. In modernen Mainboards mit 100- und 133-MHz-FSB-Chipsätzen sind sie oft nicht lauffähig, weil das BIOS die wichtigen Timing-Parameter vergeblich auszulesen versucht. Aber alleine schon wegen des veralteten Platinen-Designs sind Module ohne EEPROM nicht für Frequenzen über 66 MHz geeignet. In einem Mainboard mit 100- oder 133-MHz-FSB haben sie nichts verloren. Beim Einsatz von Celeron-Prozessoren mit seinem 66-MHz-FSB lassen sich diese DIMMs aber durchaus weiter verwenden.

Leider ist man auch bei Modulen mit EEPROM nicht vor Fehlern geschützt. Durch Kombinationen von fehlerhaften BIOS-Ausleseroutinen und unvollständig programmierten EEPROMs kann es zu falschen Timings und letztendlich instabilem Betrieb des PCs kommen.