X3D-Standard: 3D im Internet

Im August hat das Web3D-Konsortium die Beschreibungssprache X3D für die Darstellung von 3D-Objekten im Internet verabschiedet. Sie basiert auf XML und entspricht einer Modifikation des VRML-Standards.

3D-Anwendungen kommen aus der Spiele- und Kinoecke und entwickeln sich zu ernst zu nehmenden Applikationen. Animierte Chatrooms oder Produktpräsentationen sind wohl die bekanntesten Einsatzgebiete. Die Münchner Firma blaxxun interactive beispielsweise ist auf den Aufbau von Virtual Worlds spezialisiert, die sie als Weiterentwicklung der Virtual Communities sieht. PlanB media entwickelt mit den so genannten Imigos interaktive Charaktere, die beispielsweise als Nachrichtensprecher, Moderatoren oder Führer im Internet fungieren.

Online-Auswahl von Plätzen für das Musical 'Starlight-Express': Ein Klick auf den gewünschten Platz zeigt im oberen Fenster den Blick von diesem Platz auf die Bühne, im linken Fenster den Preis. (Quelle: blaxxun interactive)
Online-Auswahl von Plätzen für das Musical 'Starlight-Express': Ein Klick auf den gewünschten Platz zeigt im oberen Fenster den Blick von diesem Platz auf die Bühne, im linken Fenster den Preis. (Quelle: blaxxun interactive)

In der Forschung haben sich virtuelle Modelle inzwischen aus Kostengründen etabliert. Sie ersetzen etwa in der Automobil-Industrie bereits weitgehend Crashtests an realen Modellen. Schließlich werden 3D-Modelle in der Lehre immer beliebter, vor allem, wenn es um die Darstellung von Strukturen geht, deren natürliche Originale nur schwer zugänglich sind.

Ein klassischer Anwendungsfall ist die Anatomie. Hier findet sich im Internet mittlerweile eine breite Palette von 3D-Modellen. Sie reicht von der gemeinen Stubenfliege Drosophila bis hin zum menschlichen Körper, den die National Library of Medicine in den USA im Rahmen des Visible Human Projects auf der Basis eines realen Körpers als Modell nachgebaut hat.