Verteilte Dateisysteme mit Samba

Mit Linux und Samba lässt sich weit mehr realisieren als das reine Bereitstellen von Netzwerkressourcen eines Servers. Auch Load-Balancing oder zentraler Zugriff auf Freigaben unterschiedlicher Server ist kein Problem.

Einer der Gründe für die Popularität von Linux ist sicherlich der in den meisten Distributionen enthaltene Samba-Server. Schließlich erlaubt es dieser, die wichtigsten Netzwerkfunktionen von Windows unter Linux nachzubilden. Sei es als allein stehender Server oder als primärer wie auch als Backup-Domänen-Controller:

Samba erlaubt es Clients unter Windows, mit Datei- und Druckfreigaben so zu arbeiten, als wäre die Gegenstelle ein echter Windows-Server. Allerdings gehen die wenigsten Installationen über das reine Bereitstellen der genannten Ressourcen hinaus, obwohl Samba eigentlich noch wesentlich mehr leisten kann. Ein überaus nützliches, aber nur sehr selten eingesetztes Feature ist beispielsweise die Unterstützung verteilter Dateisysteme, unter Windows Distributed File Systems (DFS) genannt.

Standardverfahren: Ein Client greift direkt auf die von den Servern bereitgestellten Freigaben zu.
Standardverfahren: Ein Client greift direkt auf die von den Servern bereitgestellten Freigaben zu.

Zunächst stellt sich natürlich die Frage, was so ein verteiltes Dateisystem in diesem Zusammenhang überhaupt ist. Entgegen der sonst üblichen Verwendung des Begriffs handelt es sich dabei nicht um ein über mehrere Server verteiltes Dateisystem. Vielmehr versteht Microsoft darunter eine Dateifreigabe, die zwar von Server A zur Verfügung gestellt und im Netz bekannt gemacht wird, deren physikalischer Speicherort sich aber auf einem gänzlich anderen Server im Netz befindet. Server A dient in diesem Szenario als zentrale Anlaufstelle für die Clients und reicht die entsprechenden Verbindungswünsche an die echten Zielserver weiter.

DFS-System: Der Client greift direkt auf die DFS-Freigabe des Servers zu, dieser leitet weiter zu den eigentlich zuständigen Servern mit den Freigaben.
DFS-System: Der Client greift direkt auf die DFS-Freigabe des Servers zu, dieser leitet weiter zu den eigentlich zuständigen Servern mit den Freigaben.

Dieses Verfahren hat sowohl für Anwender wie auch für Administratoren Vorteile. Die Nutzer profitieren davon, sich nicht mehr merken zu müssen, auf welchem Server eine benötigte Freigabe eigentlich liegt. Den Systemverwalter versetzt der Einsatz von DFS in die Lage, Freigaben kurzfristig auf andere Server umziehen zu können, und auch ein Load-Balancing ist damit realisierbar. Aus Sicht des Anwenders präsentiert sich ein DFS wie eine herkömmliche Freigabe. Innerhalb dieser Freigabe existieren mehrere Ordner. Diese repräsentieren die eigentlichen Freigaben auf den Zielservern. Um dies auch unter Samba einzurichten, sind nur wenige Schritte notwendig. Im Folgenden gehen wir von einer bereits vorhandenen Samba-Installation aus, die lediglich für den Einsatz von DFS modifiziert wird.