2,5-Zoll-SATA-Festplatte mit 4 GByte Flash

Test: Hybrid-Festplatte Seagate Momentus XT

Christian Vilsbeck
Christian Vilsbeck ist als Redakteur bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf längjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück. Client- und vor allem Server-CPUs zählen zu seinem Spezialgebiet. Außerdem betreut der vor seiner Fachredakteurslaufbahn als Laboringenieur tätige Experte das Themenfeld Storage und führt Tests von NAS-Systemen, SSDs und Festplatten durch. Sein Interesse widmet er zunehmend auch mobilen Themen wie Smartphones und Tablets.
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Seagate bietet mit dem 2,5-Zoll-Laufwerk Momentus XT eine neue Hybrid-Festplatte an. Ein zusätzlich integrierter 4-GByte-Flash-Speicher sorgt für mehr Geschwindigkeit. Im TecChannel-Test vergleichen wir die Momentus XT mit einer Festplatte und SSDs.
Produktdaten: Erste Hybrid-Festplatten gab es bereits Mitte 2007 auf dem Markt. Die damaligen 2,5-Zoll-Laufwerke wurden von einem 256 MByte großen Flash-Speicher unterstützt. Allerdings wurde zu oft von Problemen berichtet, der Erfolg blieb aus. Insbesondere die notwendigen Treiber waren im Zusammenspiel mit dem Betriebssystem nicht ausgereift. Mit der neuen Momentus XT versucht Seagate die Vorteile von Festplatten und Solid State Disk in einem Laufwerk zu verbinden: Hohe Kapazitäten zu günstigen Preisen und gleichzeitig einen deutlichen Geschwindigkeitsschub. Mit der Momentus XT bietet Seagate eine neue Hybrid-Festplatten mit einem 4 GByte großen Flash-Speicher an – realisiert mit schnellem SLC-NANDs. Seagate bezeichnet seine Hybrid-Technik als „ Adaptive Memory“. Häufig benutzte Daten schiebt die Festplatte damit automatisch in den Flash-Speicher, um Lesevorgänge zu beschleunigen. Adaptive Memory funktioniert ohne Treiber und unabhängig vom Betriebssystem. Die Momentus XT wird vom System als normale Festplatte identifiziert und eingebunden.
Seagate bietet die Momentus XT mit Kapazitäten von 250, 320 und 500 GByte an. Im kleinen Modell reicht hierfür eine Magnetscheibe, in der 320- und 500-GByte-Variante verbaut Seagate zwei Scheiben. Einen „normalen“ Cache von 32 MByte besitzt die Momentus XT ebenfalls. Von den verwendeten Magnetscheiben entspricht die Momentus XT der Momentus 7200.4. Als Cache verfügt die 7200.4 jedoch nur 16 MByte. Auch bei der Leistungsaufnahme unterscheiden sich die Laufwerke mit 0,8 Watt im Leerlauf und 2,2 Watt im Suchmodus kaum.
Geschwindigkeit: Laut Seagate soll die Momentus XT den Bootvorgang des Betriebssystems gegenüber einer normalen 5400er Festplatte um bis zu 100 Prozent beschleunigen. Bei einem neu installierten Betriebssystem wie beispielsweise Windows Vista kann davon allerdings nicht die Rede sein. Das Betriebssystem bootet mit der Momentus XT in 25 Sekunden, eine Momentus 7200.4 benötigt mit 27 Sekunden nur geringfügig mehr Zeit. Selbst mit einer Top-SSD wie der OCZ Vertex 2 Pro werden 21 Sekunden nicht unterschritten. Die Momentus XT gewinnt gegenüber der „normalen“ Momentus deutlich, wenn nach dem Bootvorgang noch viele Autostart-Applikationen geladen werden.
Betrachtet man die reinen sequenziellen Transferraten der Momentus XT, so ermöglichen die Magnetscheiben einen maximalen Lesetransfer von 99 MByte/s. Damit liegt sie ziemlich genau auf dem Niveau der bauähnlichen Momentus 7200.4. Beim Zonenschreiben verhält es sich mit maximal 100 MByte/s ähnlich. Beim Zonenlesen hat der Cache/Flash-Speicher keinen Einfluss auf die Performance. Spürbar mehr Geschwindigkeit schafft die Hybrid-Festplatte bei unseren Praxisbenchmarks. Beim typischen Lesen von Dateien unterschiedlicher Größe zieht die Momentus XT der Momentus 7200.4 um 21 Prozent davon. Beim Kopiervorgang schlägt die Hybrid-Festplatte die Normalversion sogar mit 33 Prozent mehr Geschwindigkeit. Wenig Unterschied ergibt sich kaum überraschend beim Schreiben von Dateien (29 v. 27 MByte/s) – bei der Hybrid-Platte müssen die Schreibvorgänge immer auch auf der Magnetscheibe erfolgen. Der Unterschied lässt sich durch den 32 MByte großen Cache erklären, die 7200.4er besitzt nur 16 MByte. Gegen Solid State Disks hat die Momentus XT allerdings weiterhin keine Chance. Topmodelle wie die OCZ Vertex 2 Pro erreichen in unserem Praxistest mit Lesen, Schreiben und Kopieren von Dateien unterschiedlicher Größe die dreifache Performance.
Geht es um die Gesamtleistung eines Systems, so kann die Momentus XT Seagates Aussagen erfüllen. Unsere Plattform arbeitet beim System-Benchmark SYSmark2007 mit der Hybrid-Festplatte 11 Prozent schneller als mit der Momentus 7200.4 – ähnliche Werte gibt der Hersteller an. Die schnellsten SSDs erwirken gegenüber der Momentus 7200.4 bis zu 24 Prozent mehr Geschwindigkeit. In einzelnen Szenarien wie „Video Creation“ zieht die Momentus XT der 7200.4 um 23 Prozent davon - das Hybrid-Drive platziert sich zwischen den SSDs.
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Meinungen zu diesem Artikel (3 von 5)
BernyT
20.09.11 22:37

Ich habe die Platte (500GB, Firmware: SD28) seit kurzem in einem MacBook Pro unter Lion 10.7. Bootze
lmkservices
15.08.11 10:08

ach ja, von dem Vorteil das die Platten auf der SSD sinnvoll cachen kann ich kaum berichten, im täg
lmkservices
15.08.11 10:04

Ich habe 2 dieser Festplatten "LEIDER" ab Werk in meinem Asus G73. Die Festplatten sind n
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