BSI empfiehlt alternative Browser
Schwere Sicherheitslücke im Internet Explorer
Im Internet Explorer Version 6 bis 9 auf allen Windows-Versionen klafft eine riesige Zero-Day-Sicherheitslücke. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät deshalb vom Einsatz des IE ab, solange das Problem nicht beseitigt ist.
Das hat Microsoft gestern Abend
in einem Security Advisory eingeräumt. Der mit
Windows 8 ausgelieferte Internet Explorer 10 ist nicht betroffen. Die Schwachstelle ist als besonders gefährlich einzustufen, da es bereits Exploit-Code "in the wild" in Form eines Moduls für das
Malware-Framework "Metasploit" gibt. Das
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät daher, möglichst so lange die Finger vom IE zu lassen, bis Microsoft einen Patch bereitgestellt hat.

In EMET muss man die "iexplore.exe" über "Configure Apps >> Add" manuell hinzufügen, um den Zusatzschutz zu aktivieren.
Leider ist derzeit noch nicht absehbar, wann das der Fall sein wird. Angesichts der Dringlichkeit dürfte Microsoft sich bemühen, die Sicherheitslücke (technisch eine Use-after-free-Schwachstelle) schon vor dem nächsten regulären Patch Day am zweiten Oktoberdienstag zu schließen. Im Advisory hat der Hersteller leider nur ein paar dürftige Workarounds parat, die für viele Nutzer nicht praktikabel sein dürften, etwa das Ausschalten von ActiveX und Active Scripting oder das Aktivieren eine Warnmeldung vor jeder Skript-Ausführung.
Am sinnigsten erscheint noch die Installation der
Malware-Bremse "EMET" (Enhanced Mitigation Experience Toolkit), die für bestimmte Prozesse Schutzfunktionen zuschaltet. Nach Aufspielen des Programms muss man dort den Internet Explorer ("iexplore.exe") explizit als zu schützend hinzufügen. (
Computerwoche/mec)