Server-Monitoring
ServerSentinel - Netzwerkrechner und -dienste kontrollieren
von
Thomas RieskeThomas Rieske arbeitet seit Oktober 2002 als freiberuflicher IT-Fachjournalist und Autor. Zu den Themenschwerpunkten des Diplom-Übersetzers zählen unter anderem Computersicherheit, Office-Anwendungen und Telekommunikation.
, 17.01.2013 (aktualisiert)
Mit ServerSentinel lassen sich Server und andere Netzwerkressourcen automatisch und zuverlässig von zentraler Stelle aus überwachen. Treten Fehler oder Auffälligkeiten auf, informiert das kostenpflichtige Tool den Administrator zeitnah und erhöht so die Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur.
Funktionalität: ServerSentinel ist zwar auf die Überwachung von Servern und deren Diensten ausgerichtet, es lassen sich aber auch Clients oder SNMP-fähige Netzwerkgeräte wie
Router und USVs einbeziehen. Zu diesem Zweck verfügt die Software über eine Vielzahl von Sensoren. Mit dem
HTTP-Sensor zum Beispiel kann der Benutzer Daten über die Verfügbarkeit von Webseiten sammeln, mittels SMTP-, POP3- oder IMAP-Sensor die Funktionsfähigkeit von Mail-Servern testen. Speziell für
Windows-Systeme ist die Abfrage per WMI (
Windows Management Instrumentation) möglich, um Werte von
Festplatten, Prozessen, die Systemlast oder das Ereignisprotokoll auszulesen. Für größere Rechenzentren kann auch die Anschaffung von Hardware-Sensoren sinnvoll sein, um beispielsweise die Temperatur oder Luftfeuchtigkeit im Serverraum zu überwachen.
Das Überprüfungsintervall lässt sich individuell definieren, ebenso wie die Bedingungen, bei denen das Tool bestimmte Aktionen ausführen soll. Ist ein festgelegter Schwellenwert und damit etwa ein kritischer Systemzustand erreicht, informiert
ServerSentinel den Verantwortlichen per
E-Mail, Sprachausgabe, akustischem oder optischem Warnsignal. Darüber hinaus ist es möglich, bei Abweichungen von Normalwerten, etwa einer hohen
CPU-Last, ein individuelles Skript oder Programm auszuführen, um Fehler automatisch zu beheben oder sonstige Gegenmaßnahmen einzuleiten. Die Messergebnisse lassen sich in einer Datenbank (etwa einem vorhandenen
Microsoft-SQL-Server oder dem im Tool integrierten SQLite) ablegen und für die spätere Analyse aufbereiten.

Essenzielle Komponente: ServerSentinel benötigt zwingend eine Datenbank. Im Tool integriert ist SQLite.
Installation: ServerSentinel lässt sich per Assistent installieren. Dazu einfach die 19,6 MByte große Setup-Datei aufrufen, die gewünschte Sprache wählen und den Anweisungen folgen. Die Software benötigt als Laufzeitumgebung das .NET Framework 3.5, gegebenenfalls installiert das Setup diese Version.
Bedienung: Beim ersten Start fordert die Software den Benutzer zur Angabe einer E-Mail-Adresse und eines
SMTP-Servers auf. Diese Informationen dienen als Standardeinstellung für alle E-Mail-Benachrichtigungen, die ServerSentinel verschickt. Ändern lassen sich diese Angaben auch später noch über
Applikation / Einstellungen.
Das Hauptfenster von ServerSentinel besteht aus zwei Teilen. Im oberen Bereich sind in einer übersichtlichen Darstellung die konfigurierten Sensoren, deren Zustand und Verfügbarkeit aufgeführt. Als Vorgabe befindet sich dort lediglich ein Eintrag, der alle 30 Minuten die lokale Systempartition überprüft. Über das Kontextmenü lassen sich bestehende Sensoren bearbeiten, aktivieren und deaktivieren oder - wie über das Menü Sensor - neue hinzufügen. Die untere Hälfte des Programmfensters zeigt die erfassten Daten auf der Registerkarte Diagramm in einer grafischen Übersicht im zeitlichen Verlauf. Wählt man den Tab Daten, präsentiert das Tool die Informationen zusammengefasst als Tabelle.
Beim Test fiel extrem störend auf, dass ServerSentinel bei einigen Aktionen sehr langsam reagierte. Besonders wenn wir neue Sensoren erstellen oder die Einstellungen ändern wollten, legte das Tool gerne Pausen von bis zu 20 Sekunden ein. Dabei erfüllte unser System mit
Windows 7 Ultimate (64 Bit), einem Phenom II X2 550, 4 GByte RAM und knapp 160 GByte freiem Plattenplatz alle Anforderungen an Hard- und Software.
Fazit: ServerSentinel ist eine
Monitoring-Lösung, die sich aufgrund ihrer zahlreichen Funktionen anbietet, um Clients,
Server und andere Komponenten größerer
LANs zentral zu überwachen. Auf diese Weise lassen sich Ausfallzeiten minimieren und die Verfügbarkeit erhöhen. Schwachpunkt ist das zähe Reaktionsverhalten der Benutzeroberfläche, hier besteht Nachbesserungsbedarf. (hal)
ServerSentinel | Version: | 2.0.2.135 |
| Hersteller: | |
| Download Link: | |
| Sprache: | Deutsch und Englisch |
| Preis: | Ab 49,95 Euro. 30-Tage-Demoversion verfügbar. |
| System: | Windows XP / Windows Vista / Windows 7, Windows Server 2003, Windows Server 2008 |
| Alternativen: | |