Schlecht für die Firma

Zeitdruck und Arbeitslast - Führungskräfte fühlen sich überfordert

16.06.2012 | von Andreas Schaffry (Autor) 
Andreas Schaffry
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und seit 2006 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Foto: Fotolia, Microimages
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Deutsche Führungskräfte fühlen sich permanent überfordert, weil das Arbeitspensum ständig wächst. Im kurzfristigen operativen Tagesgeschäft fehlt die Zeit, über langfristige Strategien nachzudenken. Die Folge: ein orientierungsloses und unkoordiniertes Führungshandeln.
Silo-Denken und fehlender gegenseitiger Respekt verhindern übergreifende Kooperationen. Das ist ein Kernergebnis der Studie "Jeder für sich und keiner fürs Ganze?", die das Wissenschaftlicher Zentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), die Stiftung neue Verantwortung und die Beratungsfirma Egon Zehnder International durchführten. Auch die Komplexität der Aufgaben steigt aufgrund der globalen Vernetzung durch moderne IT-Technologien.
Das beschleunigt den Informationsfluss, macht ihn vielschichtiger und führt zu Veränderungen, die unberechenbar sind und sich der Kontrolle der Entscheider entziehen. "Alles verändert sich täglich. Man muss ständig das Wissen erneuern. Alles wird immer komplexer und übergreifender. Man sieht immer nur kleine Teilaspekte", zitiert die Studie einen Unternehmensgründer.

Entscheidungszyklen radikal verkürzt

Durch die gefühlte und tatsächliche Beschleunigung in einer globalisierten und vernetzten Welt werden auch Entscheidungszyklen radikal verkürzt. Ebenso fordern diverser Anspruchsgruppen mehr Teilhabe an Entscheidungsprozessen. Das gilt gleichermaßen für die Wirtschaft und für die Politik. Nicht zuletzt beurteilt eine aufmerksame Öffentlichkeit die Entscheidungen von Führungskräften zunehmend kritisch.

Keine Regeneration und ständig ausgelaugt

Alle Aspekte zusammen setzen Spitzenkräfte enorm unter Druck. Die meisten Befragten befinden sich dabei in einem Teufelskreis. Aufgrund der steigenden Anforderungen müssen sie noch mehr Aufgaben als bisher bewältigen und in einer Always-On-Welt außerdem ständig erreichbar sein.
Überfordert: Führungskräfte arbeiten zu viel und stehen ständig unter Strom. Die Aufgabenvielfalt führt zu Kontrollverlust und Orientierungslosigkeit.
Überfordert: Führungskräfte arbeiten zu viel und stehen ständig unter Strom. Die Aufgabenvielfalt führt zu Kontrollverlust und Orientierungslosigkeit.
Überfordert: Führungskräfte arbeiten zu viel und stehen ständig unter Strom. Die Aufgabenvielfalt führt zu Kontrollverlust und Orientierungslosigkeit.
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Die Führungskräfte reagieren darauf, indem sie einfach noch mehr arbeiten und somit Privates und Geschäftliches verschmelzen. Dadurch geraten sie körperlich und mental an die Grenzen ihrer Belastbarkeit und fühlen sich ständig ausgelaugt. Was fehlt ist ausreichend Regeneration und eine gesunde Work-Life-Balance. Beides lässt sich nur erreichen, wenn Führungskräfte Aufgaben und damit auch Verantwortung delegieren.
In turbulenten Situationen und bei hohem persönlichen Druck können Werte als Kompass dienen, um sich zu orientieren und langfristiges Denken zu stärken, sagten die Umfrageteilnehmer. Vor allem jüngere Führungskräfte unter 45 hoben diesen Aspekt hervor. Allerdings waren die Interviewpartner auch der Ansicht, dass eine gemeinsame gesellschaftliche Wertebasis fehlt. Allerdings sprach auch kein Umfrageteilnehmer darüber, wie diese Wertebasis geschaffen werden könne.
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