Transmeta liefert Chips und geht an die Börse

Transmeta hat nach eigenen Angaben mit der Auslieferung seiner TM5600-Prozessoren für Notebooks begonnen. Die TM-5600-Chips basieren auf der im Januar angekündigten CPU TM5400 mit einer Taktrate von 500 bis 700 MHz, haben jedoch größere Caches. Zeitgleich hat Transmeta die Platzierung von Aktien im Wert von 200 Millionen Dollar beantragt.

Der im Januar vorgestellte TM5400 wird aller Voraussicht nach nun nicht mehr in kommerziellen Produkten zu finden sein. Stattdessen hat Transmeta mit der Auslieferung des Nachfolgers TM5600 an Notebook-Hersteller begonnen. Der TM5600 besitzt statt 128 KByte L1-Cache beim TM5400 nun 256 KByte. Der L2-Cache wurde ebenfalls von 256 auf 512 KByte verdoppelt. Damit dürfte der Crusoe-Chip für Notebooks deutlich bessere Performance erreichen als das erste Modell.

Die sei Januar kursierenden Gerüchte, nach denen ein TM5400 bei 700 MHz nur in etwa die Leistung eines mobilen Pentium III bei 500 MHz erreichen soll, haben mit der Verdoppelung der Caches vor der Markteinführung nun neue Nahrung erhalten.

Konkrete Zahlen für den TM5400 oder gar den TM5600 haben bisher jedoch weder Transmeta noch die Notebook-Hersteller vorgelegt. Wie bereits berichtet, wollen IBM, Hitachi, Fujitsu und NEC Mobilrechner mit Crusoe-Chips bauen. In der vergangenen Woche trat auch Sony dem Crusoe-Club bei. Dazu gesellen sich noch OEMs wie FIC und Acer, deren Transmeta-Prototypen im Juni auf der Messe Computex in Taiwan zu sehen waren. Mit ersten Crusoe-Notebooks ist durch den Beginn der Massenfertigung noch in diesem Jahr zu rechnen. Wie viel der TM5600 die Notebook-Hersteller in 1000er-Stückzahlen kostet, gab Transmeta nicht bekannt.

Transmeta Mobileboard der Acer Labs: Auf solchen Notebook-Platinen werden die ersten Crusoe-Chips verkauft werden.

Trotz der großen Caches soll der TM5600 zehn Prozent weniger Strom verbrauchen als der TM5400. Um das zu erreichen, wird der neue Chip mit 0,18-Mikron-Strukturbreite gefertigt. Für den TM5400 waren noch 0,22 Mikron vorgesehen. Einblicke in die Architektur des Crusoe bietet der Report Transmeta Crusoe im Detail.

Zeitgleich mit der Auslieferung des ersten Prozessors in nennenswerten Stückzahlen kündigte Transmeta den ersten Börsengang des Unternehmens an. Dazu wurde bei der US-Börsenaufsicht SEC ein Antrag auf Platzierung von Aktien im Wert von 200 Millionen Dollar gestellt. Als Garanten für das IPO dient neben drei US-Finanzunternehmen auch die Deutsche Bank.

Aus dem Antrag bei der SEC geht auch hervor, dass Transmeta 1997 an die Notebook-Riesen IBM und Toshiba Crusoe-Lizenzen vergeben hatte. Die beiden Firmen sollten die damals noch in Entwicklung befindlichen Prozessoren bei der Markteinführung selbst herstellen können. Für das Jahr 1999 waren die Lizenzeinnahmen der größte Aktivposten in der Transmeta-Bilanz. Um unabhängig zu bleiben, hatte Transmeta die Lizenzrechte jedoch 1999 wieder zurückgekauft. IBM erhielt dafür 33 Millionen US-Dollar in bar und die Option auf 600.000 Transmeta-Aktien, Toshiba wurde nur mit einer Option auf gleich viele Anteile abgefunden. (jma/nie)