Solides Arbeitspferd

Die Linux-Distribution des amerikanischen Anbieters Red Hat steht auf dem amerikanischen Markt unangefochten an der Spitze. Umso spannender wird es, wenn ein neues Release des "Red Hat Linux" erscheint. Allerdings lässt bei dieser Version schon die Bezeichnung "6.2" erkennen, dass es sich hierbei im Gegensatz zu der bisherigen Version 6.1 wohl eher um ein Update handelt.

Von: Frank-Michael Schlede

Seit April dieses Jahres steht die Intel-Version 6.2 des Red Hat Linux zur Verfügung und seit dem 17.04. ist nach der Sparc-Version nun auch das Release für Digitals Alpha-CPU erhältlich. Damit beweist Red Hat ein weiteres Mal, dass es mit einer einheitlichen Code-Basis sehr schnell möglich ist, ein Betriebssystem auf einer ganzen Hardware-Palette zur Verfügung zu stellen. Allerdings sind "weltbewegende" Dinge von aktuellen Linux-Releases im Moment sicher nicht zu erwarten: Solange der Linux-Kernel in der Version 2.4 nicht freigegeben ist, werden sich die meisten Anbieter auch weiter damit beschäftigen, kleine Updates oder Fehlerbereinigungen ihrer Distributionen auf den Markt zu bringen.

Wir haben uns für dieses Review die so genannte "Download-Version" des aktuellen Release 6.2 heruntergeladen. Waren gerade die FTP-Server nach der Ankündigung der neuen Version in den Anfangstagen kaum zu erreichen, so bereitete es eine Woche später kaum Probleme, das ungefähr 640 MByte große ISO-File von einem deutschen FTP-Server herunterzuladen. Bei dieser Größe ist allerdings eine schnelle und stabile Internet-Verbindung unbedingte Voraussetzung.

Grafische Oberfläche zur Paketauswahl.

Das Schreiben der ISO-Datei bereitet mit den gängigen Programmen zur CD-Erstellung ebenfalls keinerlei Probleme. Die so erstellte Red-Hat-CD startete in unserem Testsystem ohne Schwierigkeiten und stellte eine grafische Oberfläche für die Installation zur Verfügung, die mit der installierten Grafikkarte vom Typ ATI Mach-64 gut zusammenarbeitete. Die Auswahlmöglichkeiten der verschiedenen Softwarepakete (siehe auch Bild oben) haben uns besonders gut gefallen - durch Grafiken unterstützt, findet der Anwender hier schnell "sein" optimales Unix. Allerdings ist hier nach wie vor Vorsicht geboten: Red Hat Linux stellt gleich zu Beginn die Option zur Verfügung, das komplette System als Workstation einzurichten. Dabei wird natürlich die gesamte Festplatte gelöscht und mit Linux überschrieben. Allerdings findet man in diesem Release auch mehrere Warnhinweise, die auf diese Gefahr aufmerksam machen.