Raid-Systeme schützen Daten

Raid-Systeme sorgen dafür, dass geschäftskritische Daten auch dann erhalten bleiben, wenn eine Festplatte ausfällt. Ob Direct-Attached-, Network-Attached- oder Storage-Area-Network-Konzepte die bessere Lösung sind, hängt von den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens ab.

Von: Rainer Graefen

Parallel-SCSI, das Small Computer Systems Interface, ist die wichtigste physische Schnittstelle für Highend-Rechner. Es gibt kaum einen Server, der seine Daten nicht darüber leitet, entweder beim Datenzugriff auf das Speichersystem oder bei der Datensicherung auf Bandlaufwerke.

Die Übertragungsgeschwindigkeit von SCSI hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht: von SCSI-1 und -2 über Ultra- und Ultra-2-LVD-SCSI bis zum derzeit aktuellen Ultra-160-SCSI. Der nächste Performance-Sprung steht mit Ultra-320-SCSI kurz bevor, erste Produkte stehen zu Evaluierungszwecken bereits zur Verfügung.

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Ob es mit den Geschwindigkeitssteigerungen von SCSI über Ultra-320 hinaus weitergeht, ist noch nicht definitiv absehbar. Konkurrenz bekommt SCSI schon heute in wachsendem Maße von seriellen, netzwerkfähigen Techniken wie Fibre Channel Arbitrated Loop (FC-AL), Gigabit-Ethernet und eventuell zukünftig auch von Infiniband.

Ob diese Techniken Parallel-SCSI bereits innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre ablösen werden, wie die Marktforscher von IDC behaupten, ist fraglich. Technisch gesehen ist das Verfahren noch nicht vollständig ausgereizt. Adaptec lieferte vor kurzem die ersten Chipsätze für "Ultra320-SCSI" an die OEM-Partner Compaq, Dell, Fujitsu-Siemens, Hewlett-Packard und IBM aus. Damit lassen sich Daten mit einer Bruttotransferrate von 320 MByte/s über die Leitung schicken. Der Konkurrent Fibre Channel (FC) nimmt gerade die ersten Hürden bei 200 MByte/s. Allerdings zeichnet sich ab, dass für SCSI bei 320 MByte/s Schluss ist, während FC-Entwickler für die nächste Generation schon 1000 MByte/s anvisieren.

Angesichts vieler neuer Transporttechniken wie der Übertragung von SCSI über IP-Netze (I-SCSI), ATA-Raid, seriellem ATA, Infiniband sowie FC und SCSI stehen die Hersteller vor der Frage, auf welches Pferd sie setzen sollen. Wer im Speichermarkt mitmischen will, muss erheblich investieren, was für kleinere Anbieter schnell zur Überlebensfrage werden kann.

Bei den Anforderungen an künftige Speichersysteme stehen Datensicherheit und -verfügbarkeit ganz obenan. Wer auf diesem Markt Anteile erobern will, muss daher die Schlüsseltechnik "Redundant Array of Independent Disks" (Raid) beherrschen.