IDC-Zahlen

PC-Verkäufe weiter rückläufig

Nach Angaben der Marktforschungsfirma IDC leidet der PC-Markt in der Region EMEA weiter unter der schwachen Verbrauchernachfrage. Im dritten Quartal 2011 wurden laut IDC in EMEA noch 26,7 Millionen PCs verkauft, das sind 3,8 Prozent weniger als in der vergleichbaren Vorjahreszeit (27,8 Millionen).

Die Auguren von IDC konstatieren allgemein eine anhaltende Schwäche bei der Consumer-Nachfrage sowie wachsende Vorsicht im kommerziellen Marktsegment. Besonders stark betroffen von diesem Trend sind die gesättigten Märkte in Westeuropa, wo die PC-Verkäufe im vierten Quartal in Folge aktuell um 10,2 Prozent zurückgingen (am härtesten traf es Spanien und Italien mit minus 37 und 31,3 Prozent). Mehrere Faktoren kommen hier laut IDC zusammen, die sich allesamt negativ auf die Nachfrage seitens der Verbraucher auswirken, primär Vorsicht aufgrund der Eurozonenkrise und hoher Arbeitslosigkeit sowie der Trend, statt eines PCs lieber ein Tablet oder Smartphone zu erwerben.

"Der Consumer-PC-Markt in Westeuropa ist im dritten Quartal 2011 wie erwartet aus Sell-in-Perspektive um 20,6 Prozent gesunknen, weil die meisten Channel-Teilnehmer mit neuen Bestellungen vorsichtig blieben", erläutert die IDC-Analystin Eszter Morvay. "Beim Sell-out lief es ein wenig besser, wenn auch bescheiden, was auf einen anhaltenden Fokus auf Abbau von Lagerbeständen in einer Reihe von Ländern hindeutet." Unter Sell-in versteht man in diesem Zusammenhang Verkäufe der Hersteller in den Handelskanal, Sell-out bezeichnet die Verkäufe des Handels an Endkunden.

Die PC-Verkäufe an Unternehmen entwickelten sich besser und stiegen in Westeuropa um 3,7 Prozent. Wichtigster Faktor waren hier wie schon in den fünf Quartalen zuvor die Austauschzyklen - möglicherweise zum Teil aber auch vorgezogene Investitionen aus Angst vor einem bevorstehenden Budget Freeze.

Rückläufig: Acer ist bei den PC-Verkäufen am stärksten eingebrochen.
Rückläufig: Acer ist bei den PC-Verkäufen am stärksten eingebrochen.

Auf Seiten der Hersteller liegt Hewlett-Packard mittlerweile in EMEA wieder ungefochten an der Spitzen des PC-Markts. HP verkaufte im 3Q11 gut 5,5 Millionen PCs, ein Plus von 3,4 Prozent, und kam damit auf 20,7 Prozent Marktanteil. Acer, das HP zwischenzeitlich von der Spitze verdrängt hatte, setzte mit 3,4 Millionen Rechnern 42,1 Prozent weniger ab als vor Jahresfrist und kam nur noch auf 12,7 Prozent Market Share. Platz 3 belegt Asus mit 17,8 Prozent Wachstum auf 2,7 Millionen verkaufte PCs und 10,2 Prozent Marktanteil. Die Top Five komplettieren Dell mit 2,5 Millionen Einheiten (minus 2 Prozent) und 9,4 Prozent Marktanteil sowie der Medion-Käufer Lenovo mit 2,2 Millionen verkauften Rechern (plus 31,8 Prozent) und 8,1 Prozent Market Share. Die übrigen Hersteller teilen sich die verbleibenden 38,9 Prozent des Marktes. (Computerwoche/cvi)