Stopp der Partnerschaft mit Microsoft

Nokia-Aktionäre gehen auf die Barrikaden

Neun junge Aktionäre von Nokia wollen mit ihrem "Plan B" die angekündigte Partnerschaft des finnischen Handy-Riesen mit Microsoft stoppen. Windows Phone sollte durch die Kooperation zu Nokias wichtigster Smartphone-Plattform werden.

In einem offenen Brief auf der Website nokiaplanb.com sowie im Social Web wenden sich die neun Aufständischen an andere Klein-, aber auch große institutionelle Anleger von Nokia. Bei der nächsten Hauptversammlung des Unternehmens am 3. Mai wollen sie versuchen, sich in den Aufsichtsrat wählen zu lassen und Nokia dann neu auszurichten.

Plan B: Der ganze offene Brief steht auf nokiaplanb.com
Plan B: Der ganze offene Brief steht auf nokiaplanb.com

Konkret würden die Plan-B-Initiatoren den von Microsoft geholten President und CEO Stephen Elop umgehend absetzen, die Allianz mit Microsoft auf eine taktische Partnerschaft für den nordamerikanischen Markt reduzieren, das gemeinsam mit Intel entwickelte MeeGo zur primären Smartphone-Plattform machen, Symbian noch für mindestens fünf weitere Jahre weiterleben lassen, die Entwickler primär auf Qt einschwören (mit Schwerpunkt auf MeeGo, aber ohne Symbian fallen zu lassen), Forschung und Entwicklung an zwei Standorten konzentrieren - einer davon Finnland - und nicht länger outsourcen, verschiedene Führungskräfte austauschen (explizit werden Tero Ojanperä, Niklas Savander und Mary McDowell genannt) und last but not least aggressiv Top-Absolventen von den besten Unis weltweit rekrutieren.

Ob der "Plan B" Erfolg hat, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer einschätzen. Die Kritik dürfte aber auf viele offene Ohren stoßen - es wird bereits vielfach befürchtet, dass von der geplanten Kooperation mit Microsoft primär die Amerikaner profitieren werden. (Computerwoche/cvi)