Neue Athlon 64 & Opteron mit SSE3

AMD will in seine nächste AMD64-Generation den SSE3-Befehlssatz aus Intels Prescott-Prozessoren integrieren. Fortschritte im Transistor-Design reduzieren außerdem die Verlustleistung und sollen die Performance erhöhen.

Zirka alle sechs Monate fließen neue Erweiterungen oder Verbesserungen in die Prozessor-Designs ein, so AMD-Fellow und Manager Hammer Architecture Kevin McGrath während eines Vortrags an der Stanford University.

So zählte McGrath während seiner Präsentation zahlreiche neue Features auf, die AMD in künftigen Athlon-64-CPUs und Opterons integrieren will. Demnach arbeitet AMD derzeit an effektiveren Transistor-Designs, um die Leckströme zu verringern. In Verbindung mit einer neuen Anordnung der logischen Funktionseinheiten lässt sich die Performance allein dadurch bereits um 10 Prozent erhöhen.

Zu den "echten" neuen Features zählt die Integration von Intels SSE3-Befehlssatz in der nächsten AMD-CPU-Generation. Damit würde die AMD64-Befehlsarchitektur wieder Intels 64-Bit Extension Technology gleichen. Die von Intel am 17. Februar 2004 auf dem IDF vorgestellte 64-Bit-Erweiterung stimmt in den Register-Erweiterungen und Betriebsmodi mit der AMD64-Architektur überein und ist zu ihr kompatibel. Als Zusatz besitzt die Intel-Technologie die 13 SSE3-Befehle der Prescott-Architektur. Intel setzt die 64-Bit Extension Technology erstmals beim Xeon-DP-Nachfolger Nocona ein, der im zweiten Quartal 2004 debütiert.

AMD setzt auf SSE3: Die nächste Generation von Athlon-64- und Opteron-Prozessoren nutzt Intels neue Befehlserweiterung.

Neben der SSE3-Erweiterung erhält die nächste AMD64-Generation ein erweitertes Data Prefetch per Hardware - beispielsweise mit einem verbesserten Page Crossing. Zusätzliche Write Combining Buffers erlauben bei einem Non-cacheable Write-Access das Verbinden von vier statt bisher zwei Streams. Dem Überhitzen des Prozessors soll künftig ein On-Die Thermal Throttling vorbeugen. Intel nutzt dieses Verfahren zur Reduzierung der Taktfrequenz bereits bei den Pentium-4-CPUs.

Wann die einzelnen neuen Features in den Athlon 64 und Opteron Einzug erhalten, ließ McGrath weitgehend offen. Während Verbesserungen im Transistor-Design auch durch neue Steppings in aktuelle Produkte einfließen können, erfordern Architektur-Erweiterungen wie SSE3 neue Versionen. Bei SSE3 nannte McGrath konkret die nächste Generation. Dabei sollte es sich dann um 90-nm-Opterons mit den Namen "Venus", "Troy" und " Athens" sowie die Athlon-64-Modelle "San Diego" und "Winchester" im zweiten Halbjahr 2004 handeln. (cvi)