Netscape 8: Hybrid aus Firefox und Internet Explorer

Seit gestern steht der neue Netscape-Browser in Version 8.0.1 zum Downloaden bereit. Die neue Ausgabe von Netscape basiert auf Firefox, setzt aber alternativ die Rendering Engine des Internet Explorers ein. Außerdem wurden zahlreiche Features eingebaut, die das Surfen angenehm und sicherer machen sollen.

In der letzten Zeit wurde der Netscape-Browser schwer gebeutelt. Die Browser der Mozilla-Foundation, 1998 von Netscape selbst ins Leben gerufen, und der Internet Explorer gruben dem einstigen Marktführer massiv Anteile ab. Im November 1998 unterbrach AOL mit einem Aufkauf von Netscape die Weiterentwicklung des Netscape Communicators. Lange Zeit war nicht klar, ob der beliebte Browser weiterentwickelt wird, oder ob AOL ein komplett eigenes Programm auf den Markt bringt. Diese Zweifel wurden im März 2005 ausgeräumt, als die erste Beta von Netscape 8 zum Downloaden bereitgestellt wurde (tecCHANNEL berichtete).

Gute Figur: Das Standard-Theme des neuen Browsers weiß zu gefallen. Aber auch die inneren Werte überzeugen.

Auf Windows-Systemen bringt der Browser ein völliges Novum mit. Erstmals setzt ein Browser zur Seitendarstellung mehrere Render Engines ein. Netscape 8 basiert komplett auf Firefox, zum Darstellen der HTML-Inhalte kommt also zunächst die Gecko-Engine des Mozilla-Projekts zum Einsatz. Ein Problem dabei ist allerdings, dass viele Seiten nicht HTML-konform sind und speziell auf den Internet Explorer zugeschnitten wurden. Deren Inhalte werden dann zum Teil falsch dargestellt. Genau solche Seiten lassen sich nun mit der Engine des Internet Explorers rendern. Dabei wird nicht wie bei anderen Internet-Browsern lediglich die Kennung des Browsers geändert, sondern die komplette Seite neu erzeugt.

Wechselfreudig: Wird eine Seite mit Mozillas Gecko-Engine falsch dargestellt, kann jederzeit gewechselt werden.

Diese darf AOL auf Grund einer Schadensersatzklage aus dem Jahr 2002 für eigene Produkte einsetzen. Die Einstellungen lassen sich für jede Seite in der so genannten Seitenkontrolle abspeichern, diese ähnelt dem bekannten Zonenmodell des IE. Zusätzlich kann man für jede Seite festlegen, ob sie ActiveX-, Java- oder JavaScript-Elemente ausführen darf.

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