Nachschubmangel - Intel verkauft zu viele P4s

Intel kann in manchen Regionen die unerwartet hohe Nachfrage nach Pentium 4 CPUs nicht befriedigen. "Ausverkauft" heißt es bei einigen Händlern in Tokio. Aber auch Dell hat den fehlenden P4-Nachschub schon zu spüren bekommen.

Zumindest für einige Tage hat Dell sein 2GHz-Pentium-4-Angebot gestoppt. Laut dem US-Dell Sprecher Tom Kehoe dauerte die Unterbrechung nur kurz, mit weiteren Nachschubproblemen rechne er nicht.

In Japan ist die Lage vor allem für die kleinen Händler angespannt. "Zur Zeit ist die Nachfrage größer als unser Angebot", bestätigt Hisashi Nagai, Sprecher der japanischen Intel-Niederlassung Intel KK. Im Akihabara-Bezirk in Tokio, wo sich Computerläden dicht an dicht drängen, sind seit Anfang der Woche "Sold out" Schilder zu sehen.

Socket 478: Der Pentium 4 soll mit diesem Sockel Taktraten bis 3 GHz erreichen.

Der zwischenzeitliche Pentium 4-Engpass ist zum Teil hausgemacht. Schuld sind neben der Nachfrage die unterschiedlichen Sockel, die der P4-Chip nutzt. Ausverkauft sind durchweg neuere CPUs mit 478-Pins (Socket 478). Die zu 478-Boards inkompatible Version mit 423-Pins kann den Mangel im Einzelhandel nicht beheben, da sich nicht nur die Industrie auf die neuen Sockel eingestellt hat. Die Käufer wollen offenbar eine CPU für ein Mainboard, in das zumindest der Northwood als nächste Generation von P4-Prozessoren passt. Details zum Pentium 4 und den Sockel-Typen lesen Sie hier.

Manche Analysten bewerten den Mangel positiv. Intel, aber auch Händler und PC-Hersteller benötigten dringend einen Anstieg der Verkaufszahlen, auch wenn er auf den High-End-Bereich begrenzt sei. Scheinbar konzentrieren sich die Kunden beim Kauf darauf, einen PC mit Technik zu kaufen, die möglichst lange einigermaßen aktuell bleibt, sagte Dean McCarron von Mercury Research. Und viele Käufer machen das Verfallsdatum offensichtlich an der Taktfrequenz fest.

Eric Ross, Marktforscher bei der Investment Bank Thomas Weisel Partners sieht Windows XP und den aggressiven Preiskampf auf dem PC-Markt als Motor für steigende Absatzzahlen in den USA. Zumindest habe eine Umfrage unter großen US-Elektronik-Händlern ergeben, dass der PC-Verkauf derzeit besser laufe, als erwartet.

Weitere Informationen zum Pentium 4 lesen Sie im Test Athlon XP gegen Pentium 4. Aktuelle DDR-Chipsätze von VIA und SiS für den Pentium 4 haben wir hier getestet. (uba)