Intel verschiebt Timna und streicht MTH

Intels erstes "System-on-a-Chip", der Timna-Prozessor, wird nicht mehr im Sommer erscheinen. Als neuer Termin ist das erste Quartal 2001 geplant. Als Grund gab Intel auf Anfrage an, dass das Redesign des jüngst zurückgerufenen Memory Translator Hub mehr Zeit in Anspruch nimmt als vorgesehen.

Timna verfügt, wie mehrfach berichtet, über ein integriertes Rambus-Interface. Da Rambus-Speicher aber nur sehr langsam billiger wird, lassen sich so keine Lowcost-Systeme bauen, für die Timna vorgesehen ist. Mit einem Celeron-Kern, Speicherinterface und integrierter 3D-Grafik soll Timna sehr preisgünstige All-in-One-PCs, Set-Top-Boxen und Internet-Zugangsgeräte ermöglichen.

Um das Design nicht komplett zu ändern, hatte sich Intel entschieden, Timna zusammen mit dem Memory Translator Hub (MTH) zu verkaufen. Der MTH, der bisher auf Boards mit dem 820-Chipsatz zum Einsatz kam, setzt Rambus-Signale für das viel preiswertere SDRAM um.

So groß wie drei CD-Schachteln: "Cape Arago", Intels Referenz-Design für Timna.

Mitte Mai musste Intel den MTH jedoch wegen Stabilitätsproblemen zurückrufen. Das Unternehmen kündigte gleichzeitig an, eine neue Version (MTH2) entwickeln zu wollen. Dieses Projekt erscheint jetzt innerhalb der Qualitätsvorgaben aber als nicht machbar, wie Intel Deutschland gegenüber tecChannel.de angab. Statt dem bisherigen MTH soll bis nächstes Jahr eine Art "Memory Interface Chip" komplett neu designt werden. Erst dann kann auch Timna damit ausgeliefert werden.

Als weitere Konsequenz wird der glücklose 820-Chipsatz weiterhin nur mit Rambus-Speicher zu haben sein - einen funktionierenden MTH dafür wird es nicht mehr geben. (nie)