Im Land des Wissens

Wissenslandkarten stellen beliebte Themen als Gebirgsmassiv und weniger diskutierte Inhalte als Täler dar. Ein Projekts an der Uni Graz entwickelt Technologien, mit der sich Informationen im Internet mit Wissenslandkarten und geographischen Schnittstellen koppeln lassen.

Web Sites, Blogs und Wiki-Anwendungen verbreiten Informationen in völlig neuen Dimensionen. „Im Projekt IDIOM entwickeln wir Werkzeuge für die Erstellung und Wartung komplexer Informationsräume, die für die Entwicklung neuer Internet-Technologien höchste Relevanz haben“, erläutert Projektleiter Arno Scharl vom Institut für Wissensmanagement der TU Graz.

TU-Forscher entwickeln neue Werkzeuge für das Wissensmanagement in interaktiven online-Medien. Abb.: Idiom
TU-Forscher entwickeln neue Werkzeuge für das Wissensmanagement in interaktiven online-Medien. Abb.: Idiom

Als Schwerpunkt-Themen für ihre zweijährigen Projektaktivitäten haben die Forscher Klimawandel und Tourismus gewählt. Den Klimawandel und seine Folgen thematisiert ein frei zugängliches Internet-Portal. Es soll die Zusammenarbeit von Wissenschaftern, Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft, Non-Profit-Organisationen und der interessierten Öffentlichkeit fördern. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der NASA, der Universität Oxford, dem Österreichischen Umweltbundesamt sowie dem World Wide Fund for Nature (WWF) realisiert.

Für den Tourismus verbinden die Forscher Wissenslandkarten und geographische Dienste. Nutzer können etwa Weintourismus über eine Österreichkarte abrufen und Einsicht in die Informationslandschaft nehmen. Hier sind populäre Themen als Gebirgsmassiv dargestellt. Möglich sein sollen auch dreidimensionale Wissenslandkarten auf Basis von Geo-Browsern. Diese unterstützen als „Wissensplaneten“ einen benutzerfreundlichen Zugang zu Informationen.

„Viele Projekte auf den Gebieten der Medienbeobachtung und des Wissensmanagements konzentrieren sich auf ein einziges Medium und vernachlässigen dabei zudem die doppelte Rolle von Benutzern als Konsumenten und Produzenten von Inhalten“, so Scharl. Er will mit IDIOM (Information Diffusion Across Interactive Online Media) alle Perspektiven beachten. „Wir analysieren außerdem, wie Benutzer bestimmte Visualisierungsformen und geographische Dienste annehmen und welchen Einfluss elektronische Inhalte auf die öffentliche Meinung haben.“ (Detlef Scholz)

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