IDF: Pentium 4 mit NetBurst und HyperPipeline

Einen Tag vor dem Intel Developer Forum in San Jose hat Intel neue Details zu den Interna des Pentium 4 bekannt gegeben. Beim Marketing-Giganten bekommen nun auch die Architekturen schutzwürdige Namen: "P6" oder gar "P7" ist out, jetzt ist "NetBurst" angesagt.

Unter diesem Begriff führt Intel die gesamte Architektur des Pentium 4, der zuvor unter dem Codenamen Willamette bekannt war. Der Prozessor-Primus trägt damit der neuen Ausrichtung als Internetcompany Rechnung.

Bereits auf dem letzten Intel Developer Forum hat Intel einiges zum Pentium 4 vorgelegt, ein ausführlicher Bericht findet sich hier. Da die Markteinführung nur noch wenige Wochen entfernt sein dürfte, geht Intel jetzt mit den technischen Details großzügiger um. Die bisher schon bekannte 20-stufige Pipeline hört nun auf den Namen "Hyper Pipelined Technology". Sie kann bis zu 126 Befehle zur gleichen Zeit aufnehmen, drei Mal so viele wie bei P6-Prozessoren wie dem Pentium III. Damit diese Pipeline immer genug zu tun hat, sind 48 Load- und 24 Store-Vorgänge gleichzeitig möglich.

Bei einer derart langen Pipe würden sich falsche Sprungvorhersagen (branch predictions) fatal auswirken. Deshalb hat Intel den Branch Target Buffer von 512 Byte auf 4 KByte verachtfacht.

Kraftverteilung: So sind die Einheiten des Pentium 4 auf dem Die angeordnet.

Die Zahl der Transistoren ist beim Pentium 4 auf 42 Millionen gegenüber den 28 Millionen des Pentium III angewachsen. Auch die Größe des Trace Cache ist jetzt mit 12 KByte bekannt. Der Trace Cache speichert bereits kodierte Mikro-Ops, also übersetzte x86-Befehle, so lange, bis der Core sie braucht. Die Fähigkeit, echte x86-Befehle in Mikro-Ops zu übersetzen und dann so anzuordnen, dass der Prozessor sie so schnell wie möglich abarbeiten kann, hatte Intel schon mit dem Pentium als "Dynamic Execution" bezeichnet. Für die lange Pipe und die neue Sprungvorhersage verdiente sich das Konzept nun den Namen "Advanced Dynamic Execution". Dass die ALUs mit doppeltem Core-Takt arbeiten, wie bereits berichtet, war Intel den Namen "Rapid Execution Engine" wert.

Neben all den Marketing-Namen legte Intel wenigstens noch eine echte Leistungsangabe auf den Tisch. So soll der L2-Cache des Pentium 4 bei 1,5 GHz Prozessor-Takt eine Bandbreite von ganzen 48 GByte Daten pro Sekunde erreichen können. Ein besserer Namen als das schon vom Pentium III/Coppermine bekannte "Advanced Transfer Cache" ist Intel dafür aber nicht eingefallen. (nie)