IDF: P4-Demo mit knapp 4,7 GHz

In San Jose hat Intel am Montag erneut seinen eigenen Taktfrequenzrekord gebrochen: Diesmal blieb der Zähler bei exakt 4,684 GHz stehen. Inzwischen nimmt Intel selbst diese Muskelspiele kaum noch ernst.

Das Procedere ist seit Jahren Tradition: Auf dem Herbst-IDF wird die Taktfrequenz demonstriert, die ein Jahr später auch käuflich zu erwerben ist. Dabei handelt es sich stets um handverlesene Prozessoren, die mit verflüssigten Gasen gekühlt werden - also eine reine Demonstration des technisch Machbaren.

Diesmal ließen die Mitarbeiter von Intels COO Paul Otellini erstmals das Demosystem vorsätzlich abstürzen. Bei 4,684 GHz warf Windows XP einen Bluescreen aus. Diese Frequenz erreichte das System nur für einen Moment, der nicht mehr im Bild festzuhalten war. Zuvor hatte Intel das System auch mit einer einzigen Anwendung gezeigt, einer Beta-Version des Spiels "Asherons Call 2".

Rekord eingestellt: Ab 4,1 GHz zeigte Intel nur noch dieses Tool.

Danach wurde das sattsam bekannte Frequency ID Utility gestartet, das dann 4,1 GHz anzeigte. Diese Frequenz hatte man bereits auf der letzten CeBIT gezeigt. Das Demosystem stand einmal mehr nicht auf der Bühne. Intel hatte es in einem als "Secret Room" beschrifteten Kabuff hinter den Kulissen versteckt, die eigentliche Demonstration wurde wieder einmal nur per Video ins Auditorium übertragen.

Als der Intel-Ingenieur dann an der Taktschraube drehte, kam endgültig der Comedy-Charakter der Vorführung ins Spiel, wie das folgende Bild belegt.

Bloß nicht nachmachen: Intels Extrem-Übertakterei wird als Gag entlarvt.

Chief Operating Officer Paul Otellini gab in der anschließenden Fragerunde auch den wahren Grund für dieses Versteckspiel an. Noch auf der CeBIT meinte Intel, das dortige Demosystem mit flüssigem Stickstoff habe "aus Sicherheitsgründen" räumlich von den Zuschauern getrennt werden müssen. Am Montag meinte Otellini auf die Frage von tecCHANNEL wörtlich: "Warum das nicht auf der Bühne stand? Weil nicht klar war, dass das verdammte Ding funktionieren würde. Außerdem wollten wir mit dem Geheimraum auch etwas Spaß haben."

Überdreht: Bei 4,684 GHz strich der Northwood die Segel.

Da hat Intel wohl in den letzten Jahren bewusst etwas mehr Show veranstaltet, als man bisher zugeben wollte. Zur eingesetzten CPU meinte Otellini noch, es handle sich um einen "kommerziell verfügbaren Pentium 4 mit 130 Nanometern". Das entspricht also dem Northwood-Kern. Doch auch den demonstrierten Takt wird Northwood nicht mehr erreichen, wie einer weiteren Meldung zu entnehmen ist. (nie)