IDF: Kentron zeigt Double-DDR-Memory

DDR-Speicher mit 400 MHz tauchten bislang erst für 2003 in den Roadmaps der Speicherhersteller auf. Kentron konnte dessen Bandbreite schon jetzt mit der Quad-Band-Memory-Technik (QBM) auf dem IDF präsentieren.

Die QBM-Module bestehen im Prinzip aus zwei zusammengesetzten DDR-Modulen. Die eine Einheit arbeitet mit dem normalen 200-MHz-Speichertakt, die andere mit einem um 90 Grad verschobenen. So liefern beide Teilmodule zeitlich versetzt ihre Daten mit 200 MHz. Die Ausgänge der Teilmodule werden über einen schnellen Schalter gemultiplext und so mit effektiv 400 MHz auf den Datenbus gelegt.

Versetzt: Zuerst liefert das eine, dann das andere Teilmodul seine Daten am Bus ab.

Auf diese Weise gelingt es Kentron, die Datenrate der gut erhältlichen 200 MHz registered DDR-Speicher auf 400 MHz zu verdoppeln. Allerdings muss auch die Gegenseite, beispielsweise der Serverchipsatz, mit den Daten zurecht kommen. Bislang hat noch kein Hersteller ein Interface für QBM implementiert, Kentron kann die Funktionsfähigkeit von QBM nur mit einem selbst entwickelten Demonstrationsinterface zeigen.

Provisorium: QBM sieht zwar noch aus wie handgebastelt, doch für Demonstrationszwecke reicht es schon.

Ob QBM tatsächlich jemals zum Einsatz kommt, ist fraglich. Denn die Signale auf den Datenleitungen laufen mit der doppelten Frequenz von DDR und haben deshalb nur halb so lange Zeit, einen stabilen Pegel zu erreichen. Der Multiplexer am Ausgang kostet noch zusätzlich Zeit. Doch selbst bei 200-MHz-DDR-Speicher kämpft Intel noch mit Kinderkrankheiten auf dem Datenbus. Gerade Hersteller von Misson-Critical-Hardware wie Servern oder Routern werden kaum Produkte außerhalb der Spezifikation betreiben. Da ist es schon sicherer, durch einen zweiten unabhängigen Speicherkanal die Bandbreite ganz sauber und sicher zu verdoppeln.

Im Channel Hardware/Speichertechnik finden Sie Informationen zur Technik von Rambus und DDR-SDRAM. (ala)