IDF: Intel zeigt ersten durchstimmbaren Laser

Am Rande einer Keynote hat Intel erstmals einen hochintegrierten, durchstimmbaren Laser präsentiert. Er kann Daten in "verschiedenen Farben" über eine Glasfaser übertragen und damit die Übertragungsrate des Mediums von einigen 10 GBit/s bis in den TBit-Bereich erhöhen.

Bislang nutzt man für die optische Datenübertragung als Sender meist eine Laserdiode, die auf einer festen Wellenlänge arbeitet. Damit lassen sich Datentransferraten von 10 bis 40 GBit/s erreichen. Für noch höhere Durchsätze ist es zweckmäßig, Licht verschiedener Wellenlängen in die Glasfaser einzukoppeln und die Daten in verschiedenen "Farben" zu übertragen. Dieses Verfahren wird als Dense Wavelength Division Multiplexing (DWDM) bezeichnet. Derzeit glaubt man, dass 80 Kanäle mit realistischem Aufwand möglich sind, wodurch die Datentransferrate einer einzelnen Glasfaser in den TBit-Bereich ansteigt.

Auf der Senderseite benötigt man dazu bislang aber für jeden Kanal einen eigenen Festfrequenzlaser, der nur Licht mit der bei seiner Herstellung festgelegten Wellenlänge erzeugen kann. Deren individuelle Produktion ist nicht nur sehr kostenintensiv, auch logistisch gesehen bedeuten solche Systeme einen hohen Aufwand.

Der auf dem IDF gezeigte External Cavity Laser von Intel lässt sich dagegen elektrisch durchstimmen, so dass mit einem Bauteil ein weites Spektrum abgedeckt wird. Er deckt dabei das komplette C-Band ab, das das optische Fenster im Bereich um 1550 nm (193 THz) nutzt. Dabei soll er in 50-MHz-Stufen einstellbar sein. Durch eine Ausgangsleistung von 20 mW kommt er ohne externe Verstärker aus und erzeugt weniger als vier Watt Verlustleistung.

Entwicklungsboard: Das Lasermodul besteht lediglich aus dem hellen Bauteil im Bildzentrum.

Auf dem IDF demonstrierte Intel die Datenübertragung im Wellenlängenbereich von 1530 bis 1575 nm. Eine im Modul integriert Wellenlängen-Verriegelung hielt die von außen vorgegebene Frequenz dabei konstant auf ihrem Sollwert.

Lichtorgel: Per Klick mit der Maus lässt sich die Wellenlänge des Lasers umschalten.

Als weitere Vorteile des Moduls nennt Intel die geringe Größe von 15 x 40 mm, die ein Zehntel bestehender Systeme betragen soll. Hervorgegangen ist diese Entwicklung aus einer Übernahme der 40-Mann-Firma "New Focus", die sich Intel im Mai letzten Jahres für 50 Millionen Dollar einverleibte.

Mehr zu DWDM und der Zukunft der optischen Datenübertragung lesen Sie in unserem Beitrag "Terabits fürs Internet". (ala)