IDF: Erste Bilder von Intels Madison

Die neue Ausgabe des Itanium 2, Codename Madison, kommt erst Mitte 2003 auf den Markt. Die ersten Systeme damit sind jedoch in San Jose schon zu sehen, und auch der Prozessor selbst ließ sich ablichten.

Anders als im Vorfeld des Intel Developer Forum gemunkelt wurde, wird Madison nicht als "Itanium 3" auf den Markt kommen: Er heißt weiterhin Itanium 2. Das macht auch Sinn, unterscheidet er sich doch vom aktuellen IA-64-Prozessor vor allem durch den auf sechs MByte verdoppelten L3-Cache.

Über eine Milliarde Transistoren: In diesem Server stecken unter den beiden Kühlern zwei Madisons.

Madison ist sockelkompatibel zum Itanium 2, wie Hewlett-Packard anhand eines eigenen Systems demonstrierte. Bei diesem Server sind zwei Madisons auf nur drei Höheneinheiten untergebracht. Dank der Kühlung mit Panaflow-Lüftern und einer für das folgende Bild entfernten Luftführung läuft Madison mit "voller Launch-Frequenz". Die wollte auf dem IDF keiner verraten - sie dürfte aber bei 1,4 bis 1,5 GHz liegen. Die IA-64 skaliert beinahe linear mit dem Cache, und Intel verspricht gegenüber dem Itanium 2 rund 40 Prozent mehr Leistung für Madison.

Itanium-2-Pinout: Madison passt in den bisherigen Sockel.

Durch das enorme Die, dessen Größe Intel ebenfalls noch nicht bekannt gibt, passen auch bei 130 Nanometer Strukturbreite auf einen 200-Millimeter-Wafer nur 54 Madisons. Damit dürfte die CPU so teuer werden, dass der bisherige Itanium 2 als Version mit anderen Cache-Größen noch einige Zeit im Programm bleibt. Die hier ursprünglich zu findende Angabe zu einem 300mm-Wafer basierte auf einem Übermittlungsfehler, wir bitten dies zu entschuldigen.

McMonster war gestern: Madison wird noch größer als der Itanium 2.

Wie auf dem IDF zu erfahren war, sollen die gegenwärtigen Madisons entgegen anders lautenden Meldungen schon mit angeschalteten L3-Caches laufen. Das war bisher bei allen Itaniums in den ersten Steppings ein Problem. Diese Angabe ließ sich aber in San Jose nicht mehr verifizieren, da das IDF am Donnerstag (Ortszeit) endet und die meisten Hersteller bereits ihre Demo-Systeme einpacken.

Frontal: Madison gleicht äußerlich fast dem Itanium 2.

Dass bei so guten Voraussetzungen noch rund sechs Monate auf Madison gewartet werden muss, dürfte vor allem an der anfangs geringen Fertigungsausbeute liegen. Von einem großen Intel-Partner war zu erfahren, dass dort ganze acht Madisons für Entwicklung und Tests bereitstehen. (nie)

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