Handspring stellt Smartphone Treo vor

Handspring bringt mit dem Treo das erste echte Smartphone in seiner PDA-Serie. Der Palm-Handheld mit integriertem GSM-Modul kommt Anfang 2002 auf den Markt.

Bisher war der Visor von Handspring über das ansteckbare Visor-Phone zum Handy aufrüstbar. Die unhandliche Konstruktion aus Visor und angestecktem Handy-Modul lockte aber nur wenige Benutzer.

Mit dem Treo will Handspring das ändern. Die Bedienbarkeit sei das wichtigste Kriterium bei der Entwicklung gewesen. Viel-Telefonierern soll der Treo ein vollwertiges Handy sein, sagte Product Line Manager Eric Tholome bei der Vorstellung des Gerätes in München. Ein wichtiges Kriterium dabei ist die Größe.

Der Handy-PDA liegt trotz Antennenstummel mit einer Höhe von 11 Zentimetern unter dem Nokia 6210. Wer auf das mitgelieferte Headset verzichtet, kann das 6,9 Zentimeter breite und 153 Gramm leichte Treo mit aufgeklapptem Deckel ans Ohr halten, ohne das Gefühl zu haben, mit einem Taschenbuch zu telefonieren. Der Verkleinerung ist allerdings die proprietäre Springboard-Schnittstelle zum Opfer gefallen.

Treo von Handspring: Der Handy-PDA soll Anfang nächsten Jahres wahlweise mit Mini-Tastatur und Graffiti-Eingabe auf den Markt kommen.

Bei dem voll funktionsfähigen Vorseriengerät, das in München gezeigt wurde, klapperte der Deckel noch merklich. Beim finalen Modell werde das nicht mehr der Fall sein, versprach Tholome. Anders als das Visor-Phone unterstützt der Treo auch beide in Deutschland verfügbaren Mobilfunk-Frequenzbänder (Dualband). GPRS-Unterstützung könne noch im ersten Halbjahr 2002 als Software-Download nachgerüstet werden.

Zwei Versionen kommen zuerst in den USA und Ende Februar nächsten Jahres auf den deutschen Markt: der Treo 180 mit Minitastatur und der 180g mit den gewohnten Graffiti-Eingabefeldern. Beide PDAs sind monochrom, Mitte des Jahres legt Handspring mit dem Treo 270 ein Farbdisplay nach.

Die vollwertige QWERTZ-Tastatur des Treo 180 wirkt auf den ersten Blick zu winzig, um bedienbar zu sein. Nimmt man das Smartphone in beide Hände und drückt die Tasten mit den Daumen, lässt sich aber erahnen, dass die Texteingabe Übungssache ist und schneller vonstatten gehen kann, als mit Graffiti und Stift. Mittels Jog-Dial an der Seite sind bei beiden Geräten die wichtigsten Telefonie-Funktionen ohne Tasten oder Stift anwählbar. Außerdem kann man mit dem von Handspring Jog-Rocker getauften Rädchen auch durch Menüs scrollen und Funktionen durch Druck auf das Rädchen auswählen. Die Verbindung ins Web erfolgt mit dem Browser Blazer 2.0. Eine Beta-Version des Browsers zum Testen finden Sie hier bei Handspring.

Der Treo kommt mit dem gewohnten 33-MHz-Dragonball von Motorola. Handspring hat den Speicher auf 16 MByte aufgerüstet. Das monochrome Display kann 16 Graustufen auf 160 x 160 Pixel darstellen. Als Betriebssystem setzt Handspring Palm OS 3.5H2 ein. Auf den Webseiten von Handspring wird der Treo für 399 US-Dollar angeboten, allerdings mit Mobilfunkvertrag. Eric Tholome nannte 600 US-Dollar als Preisvorstellung für den Treo. Einen Test von PDAs mit Palm-OS finden Sie hier. (uba)