Fritz!Box verstößt angeblich gegen DECT-Patent

Gigaset verklagt Fritz!Box-Hersteller AVM

Der früher zu Siemens gehörige Schnurlostelefon-Hersteller Gigaset hat AVM wegen Verletzung eines grundlegenden DECT-Patents verklagt. Das Betrifft insbesondere die Fritz!Box-Systeme und das Fritz!Fon, die nach dem DECT-Standard arbeiten.

Die Gigaset Communications GmbH, eine Tochter der Gigaset AG, hat einer Mitteilung zufolge am 21.Oktober 2011 Klage beim Landgericht Düsseldorf gegen die Firma AVM Computersysteme Vertriebs GmbH eingereicht. Nach Überzeugung von Gigaset verletzt AVM demnach mit mehreren Produkten der "Fritz!"-Produktreihe ein grundlegendes Gigaset-Patent.

Gigaset begehre mit dieser Klage eine Unterlassung der Nutzung seiner Technologie und strebe insbesondere die Vernichtung der produzierten Erzeugnisse sowie Schadenersatz für den Vertrieb der patentverletzenden Produkte an, heißt es weiter. Hierzu gehörten Produkte der Produktreihen "Fritz!Box" und "Fritz!Fon", die nach dem DECT-Standard arbeiten und die patentierte Gigaset-Technologie verwenden.

Wandelungsfähig: In der beliebten Fritz!Box 7390 hat AVM auch eine komplette DECT-Telefonanlage integriert.
Wandelungsfähig: In der beliebten Fritz!Box 7390 hat AVM auch eine komplette DECT-Telefonanlage integriert.
Foto: AVM

Gigaset erklärte auf Rückfrage, konkret gehe es um Gigaset-spezifische Erweiterungen des (an sich freien) DECT-Standards. Mehr Details könne man aufgrund des schwebenden Verfahrens nicht mitteilen. Gigaset habe im Vorfeld der Klage darüber mit AVM verhandelt, jedoch seien die Gespräche erfolglos abgebrochen worden.

Die Klage deutet darauf hin, dass Gigaset die Berliner Konkurrenz entweder bereits in Form nachlassender Verkäufe zu spüren bekommt oder dies zumindest für die Zukunft befürchtet. Von AVM liegt bislang noch keine Stellungnahme zu der Klage vor. (Computerwoche.de/hal)
Update: Mittlerweile liegt eine Stellungnahme von AVM vor.