Geschwindigkeit ist alles

Die Netzwerkgruppe des "Institute of Electrical and Electronics Engineers" (IEEE 802) traf sich im Juli zu ihrer 67. Tagung. Das Meeting der Projektgruppe, die für die Entwicklung von LAN- und MAN- Standards zuständig ist, war dieses Mal bestens besucht. Dafür waren vor allem zwei Themen verantwortlich: Zum einen hält mit 10-Gigabit-Ethernet eine LAN-Technik bei MANs und WANs Einzug, zum anderen beschäftigen sich gleich drei Arbeitsgruppen mit der drahtlosen Datenübertragung.

Mit 851 Besuchern verzeichnete das 67. Treffen der IEEE-802-Gruppe, das dieses Mal in La Jolla nahe San Diego (Kalifornien) stattfand, einen absoluten Rekordbesuch. Mehr als ein Drittel der Teilnehmer des Plenary Meetings zog es zur 10-Gigabit-Gruppe IEEE 802.3ae. Diese stellte ihr "Blue Book" vor. Es enthält nahezu alle wesentlichen Definitionen der 10-Gigabit-Ethernet-Technik und soll als Grundlage für den ersten Entwurf eines entsprechenden Standards dienen.

Auf MAC-Ebene definierte die Gruppe mit "Open Loop" einen Mechanismus, der die unterschiedlichen Datenraten zwischen lokalem Netz und Wide Area Network angleichen soll. Der Media Access Controller (MAC) ermittelt dabei auf Senderseite die Paketlänge und verlängert die Lücke zwischen den Paketen (Inter Frame Gap, IFG) so weit, dass die mittlere Datenrate im WAN von 9,58464 GBit/s nicht überschritten wird. Die physikalische Ebene zerlegte die Arbeitsgruppe in viele Subkomponenten. Dies ist auf Grund der hohen Datenrate und der Komplexität unumgänglich. So wurden unter anderem Funktionsblöcke für die Kodierung, den Anschluss ans WAN sowie die Aufspaltung für die Übertragung mit mehreren Wellenlängen festgelegt.

stellt sich ein Resilient Packet Ring wie jedes andere LAN-Segment dar.

Im Blue Book finden sich auch erste Spezifikationen für die optische Übertragung. So sollen bei Entfernungen bis 40 Kilometer Singlemode-Laser mit 1550 nm zum Einsatz kommen. Für zwei und zehn Kilometer legte sich die Gruppe auf einen 1310-nm-Singlemode-Laser fest. Die Übertragung erfolgt dabei seriell und binär, wie auch bei den vorangegangenen Datenraten, also weder mit mehreren Wellenlängen noch unterschiedlichen Lichtintensitäten.