Virtual Desktops rein, Charms raus

Geht Windows 9 zurück in die Zukunft?

Microsoft wird die Oberfläche der nächsten größeren Windows-Version offenbar stärker verändern als bislang angenommen.

Auf der Entwicklerkonferenz Build früher in diesem Jahr hatte Microsoft bereits einen Windows-Desktop mit modernisiertem Startmenü und "Modern"-Apps in Fenstern gezeigt. Das gerade unter dem Codenamen "Threshold" entwickelte nächste Windows geht aber offenbar noch ein paar Schritte weiter - Schritte, die offensichtlich vor allem Nutzer älterer Windows-Versionen von XP über Vista bis 7 ansprechen und ihnen das neueste Windows schmackhaft machen sollten, schreibt Windows-Expertin Mary Jo Foley bei "ZDNet".

Diesen Desktop mit neuartigem Startmenü und Modern-Apps-Windowing hatte Microsoft auf der Build 2014 gezeigt.
Diesen Desktop mit neuartigem Startmenü und Modern-Apps-Windowing hatte Microsoft auf der Build 2014 gezeigt.
Foto: Microsoft

So solle das nächste Windows Unterstützung für virtuelle Desktops bekommen, wie Nutzer von Apples OS X oder von Linuxen wie Ubuntu sie längst kennen und die das Umschalten zwischen (Gruppen von) Programmen erleichtern sollen. Das hatte auch Neowin.net so kolportiert. Ob es virtuelle Desktops für alle "Threshold"-Nutzer geben oder Microsoft diese Funktion eher versteckt für Power-User anbieten werde, sei noch unklar.

Außerdem will Microsoft in "Threshold" offenbar die mit Windows 8 eingeführte und seither umstrittene "Charms"-Leiste wieder abschaffen. Das Overlay am Bildschirmrand bietet Zugriff auf Suche, Teilen, den Startbildschirm, Geräte und Einstellungen. Winbeta.org hatte berichtet, Microsoft wolle die Charms-Leiste nur für Desktop-Nutzer abschaffen. Foleys Quellen erwarten aber, dass sie im nächsten Windows komplett verschwindet.

Bestehende "Modern"-Apps sollen Titelzeilen mit Menüs bekommen, die unter anderem Teile der bislang Charms-Funktionen aufführen. Für die Einstellungen gibt es seit Windows 8.1 Update ohnehin wieder eine eigene Kachel. Das Konzept von "Contracts", Beziehungen zwischen Apps, solle auch ohne die Charms Bar fortbestehen, schreibt Foley weiter. Apps bräuchten aber zukünftig einen dedizierten Share-Button, wenn ein Entwickler die gleiche Funktionalität bieten wolle wie sie bislang das Teilen-Charm hatte.

Threshold, das nachher vermutlich doch Windows 9 heißen dürfte, ist für das Frühjahr 2015 geplant. Microsoft wolle aber bereits "irgendwann im Herbst" eine öffentliche Vorschauversion herausbringen. (cvi)