FSC verschiebt Start des XScale-PDAs LOOX

Fujitsu Siemens (FSC) wollte eigentlich in dieser Woche seinen XScale-PDA Pocket LOOX mit einer Taktrate von 400 MHz, integriertem Bluetooth und dem Microsoft-OS Pocket PC 2002 auf den Markt bringen. Wegen Problemen beim Powermanagement werde sich der Start aber um zwei bis drei Wochen verzögern, teilte ein FSC-Sprecher gegenüber tecCHANNEL mit.

Ein Vorserienmodell des Pocket LOOX mit der Firmware-Version 1.a14 und dem ROM-Herstellungsdatum 15. Juni befand sich vergangene Woche in unserem Testlabor. Von der XScale-CPU durfte man sich im Vergleich zu den aktuellen StrongARM-PDAs in puncto Akkulaufzeit einiges erwarten.

Laut Intel reduziert sich wegen des neuen Micro-Power-Management der Verbrauch im Vergleich zu StrongARM-Prozessoren bei gleicher Rechenleistung um mehr als die Hälfte. Unterstützend soll die so genannte Turbo-Mode-Technik der XScale-CPU wirken, die in einem Taktzyklus die Leistung entsprechend der momentanen Anforderungen flexibel nach unten oder oben anpasst.

Doch der Akkulaufzeit-Test beim Vorserienmodell mit dem tecSimulator ergab überwiegend schlechtere Werte als bei den bereits getesteten Pocket PCs mit StrongARM-CPU. Im Standard-Mode (bis 400 MHz) hielt der Pocket LOOX mit Beleuchtung 205 Minuten, ohne Beleuchtung nur 252 Minuten durch. Im Stromsparmodus (CPU-Leistung auf maximal 200 MHz begrenzt) lief der PDA mit Beleuchtung 209 Minuten, ohne Beleuchtung 426 Minuten. Zum Vergleich: Der Jornada 568 mit 206 MHz-StrongARM hielt mit Beleuchtung 255 Minuten, ohne Licht 670 Minuten durch.

Braucht noch zuviel Strom: Fujitsu Siemens verschiebt den Start seines XScale-PDAs Pocket LOOX wegen Problemen beim Powermanagement um zwei bis drei Wochen.

Der Vorteil des XScale-Powermanagements wäre also dahin und den Herstellern würde ein Verkaufsargument fehlen. Aus diesem Grund verschiebt Fujitsu Siemens den Start seines Pocket LOOX. Ein FSC-Sprecher sagte gegenüber tecCHANNEL, dass die von uns getestete Version des PDAs das Powermanagement der XScale-CPU noch nicht unterstützte und daher enorm viel Strom brauchte. Fujitsu Siemens werde den Pocket LOOX erst dann auf den Markt bringen, wenn das Problem gefixt sei, so der Sprecher. Das könne zwei bis drei Wochen dauern.

Ein weiteres Problem betrifft die Leistung des XScale-Prozessors in Verbindung mit Pocket PC 2002. Wie berichtet, hat Microsoft bestätigt, dass sein PDA-OS nicht für die mit 400 MHz getaktete XScale-CPU und deren ARM5-Kern optimiert ist. Folge: Die neuen Geräte nutzen das Potenzial des Prozessors nicht aus und sind kaum schneller als die Vorgänger (StrongARM 206 MHz) mit dem ARM4-Kern. Unsere Benchmarks bestätigen dies. Laut Fujitsu-Siemens werde aber zumindest die Grafikleistung des PDAs bis zur Endversion verbessert.

Einen Test der aktuellen PDAs mit Pocket PC 2002 finden Sie hier. Nähere Informationen zum Betriebssystem bietet der Report Pocket PC 2002 - Wintel auf PDAs. Den ausführlichen Test des LOOX-Vorserienmodells lesen Sie am kommenden Dienstag. (jma)