CeBIT: SiS DDR400-Chipsatz & AGP-8x-Grafikchips

Die taiwanische Chipschmiede SiS zeigt auf der CeBIT den ersten Prototypen eines DDR400-Chipsatzes für Pentium-4-Prozessoren. Gleichzeitig stellt der Hersteller mit der SiS330-Serie drei AGP-8x-Grafikchips vor.

Der SiS648 unterstützt neben DDR400-Speicher zusätzlich AGP-8x. Das auf der CeBIT im Betrieb gezeigte Mainboard bestückte SiS mit einem Testmuster eines PC400-Speichermoduls von Samsung. Die Taktfrequenz des Speichers beträgt dabei 200 MHz (400 MHz DDR).

Das System lief während der Demonstration stabil und ohne Abstürze. Allerdings ist auf Grund der fehlenden DDR400-Spezifikation des Speichers durch die JEDEC diese Demonstration eher als PR-Maßnahme zu werten. Ernsthafte Stabilitäts- und Performance-Aussagen lassen sich nur mit standardisiertem Speicher treffen.

Illegaler Turbo: Der SiS648 läuft bereits mit DDR400-Speicher. Spezifikationen für diese Memory-Module gibt es allerdings noch nicht.

Der Northbridge steht die SiS963-Southbridge zur Seite. Sie ist per MuTIOL mit einer Übertragungsbandbreite von 1 GByte/s mit dem SiS648 verbunden. Vorgänger wie der SiS962 und SiS961 schafften nur 509 MByte/s an Datentransfer. Zu den Features der SiS963-Southbridge zählen: Ultra-ATA/133- und USB-2.0- sowie IEEE-1394A-Unterstützung.

Außer dem SiS648-Chipsatz präsentierte SiS die SiS330-Grafikchipfamilie mit DirectX-8.1-Support. Der Chip verfügt über eine T&L-Einheit und einen Pixel-Shader. Ein Vertex-Shader fehlt. Diese Aufgabe soll per Treiber die CPU übernehmen. Alle SiS33x-Modelle sind mit vier Pixel-Pipelines und je zwei Textureinheiten ausgestattet.

Das High-End-Modell SiS336 läuft mit einem Chip- und Speichertakt von 300 und 275 MHz. Die Performance soll dabei auf dem Niveau einer GeForce4 MX 460 liegen. Der Grafikchip ist bereits für AGP 8x ausgelegt. Für DVD-Beschleunigung bietet er Motion-Kompensation, über iDCT verfügt er nicht.

David gegen Goliath: Mit dem Grafikchip SiS336 will SiS den GeForce4 MX 460 das Fürchten lehren.

Das Pendant zum GeForce4 MX 440 ist der SiS334 mit einem Chip- und Speichertakt von je 250 MHz. Der SiS332 taktet Chip und Speicher mit je 200 MHz und soll die Leistungsfähigkeit eines GeForce4-MX-420-Chips erreichen. Das Low-End-Modell SiS328 unterstützt nur AGP 4x. Der Chip arbeitet mit 183 MHz, der Speicher mit 175 MHz. Laut SiS sollen die Preise für die einzelnen Modelle deutlich unter den NVIDIA-Chips liegen. Ende April werden die ersten Karten verfügbar sein.

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SiS: Halle 20, Stand C16