Backbone-Traffic mit Qualität

Chassis-basierte Layer-3-Switches mit großzügig bemessener Backplane-Kapazität arbeiten als Datenpumpe im Herz komplexer lokaler Netze. Außer der reinen Leistung auf Layer 2 und Layer 3 müssen sie Priorisierungsfunktionen beherrschen, damit der Datenverkehr nicht in unkontrollierten Bahnen läuft.

Von: Herbert Almus, R. Marzbanvishka, Hartmut Lüerssen

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Im Januar, frisch nach der Jahrtausendwende, liefen in den Berliner Labors des "European Advanced Networking Testcenter" (EANTC) bei Minusgraden die Drähte heiß. Mit dem "Omnicore 5052" von Alcatel und dem "Big Iron 8000" von Foundry Networks traten zwei Chassis-basierte Vertreter der Routing-Switch- oder auch Switching-Router genannten Klasse aufeinander. Beide Hersteller haben die Geräte durch den modularen Aufbau sehr flexibel konzipiert und bieten eine Reihe verschiedener Einschubboards für LAN- und WAN-Verbindungen an. Bei dem Omnicore 5052 handelt es sich technisch gesehen um einen "Power Rail 5200", der von Xylan entwickelt und vertrieben wurde, bis Alcatel im Jahr 1999 den Hersteller schluckte. Xylan wurde in die Alcatel-Internetworking-Unit integriert, ein großer Teil der Produkte bleibt unter neuem Mantel auf dem Markt. Für Alcatel ein Schritt, um die eigene Position im IP-Markt zu stärken und zusätzliche Kompetenz für Konvergenzstrategien zu gewinnen. Wie sehr sich Know-how in beiden Netzwerkwelten für die großen Anbieter auszahlt, wird sich zwar erst in einigen Jahren zeigen, aber der Wettbewerb findet bereits heute statt. Konvergenz, das Verschmelzen der Telefon- und IP-Netze, dürfte eines der am meisten diskutierten Themen der CeBIT 2000 werden.

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Foundry Networks fokussiert weiterhin die IP-Welt und bietet das Flaggschiff Big Iron 8000 in zwei Chassis-Varianten an: Die kleinere Version bietet vier Einschübe für Interface-Module, das große Chassis kann 8 Module aufnehmen. Bei beiden Anbietern finden sich Boards mit sehr hoher Portdichte. Für unsere Testreihe waren die beiden Switching-Router mit LAN-Modulen für Fast-Ethernet und Gigabit-Ethernet ausgestattet. Sowohl der Big Iron 8000 als auch der Omnicore 5052 waren mit 24-Port-Boards für Autosensing 10/100 BaseT Fast-Ethernet konfiguriert, außerdem mit 8-Port- beziehungsweise 4-Port-Gigabit-Ethernet-SX-Boards für Glasfaserverbindungen. Die 4-Port-Einschub-Module des Alcatel-Switches arbeiten dabei paarweise redundant, so dass der Switch auch an den Ports eine Failover-Funktion anbietet. Der Fokus unserer Tests lag im ersten Teil auf der Layer-2-/Layer-3-Performance und im zweiten Teil auf den Priorisierungseigenschaften der Geräte.

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