Auf der Suche nach der Killerapplikation

Wer mit dem neuen Mobilfunkstandard UMTS Profite machen will, kommt um Datendienste nicht herum. Während in Japan schon erfolgreiche Vorläufer der neuen Services zu besichtigen sind, tasten sich die deutschen Mobilfunkbetreiber erst noch an den Markt heran.

Von: Petra Riedel

Mobiltelefone mit eingebauter Digitalkamera haben sich in Japan zur erfolgreichen Waffe im Kampf um Marktanteile entwickelt. Der Handybesitzer kann mit ihnen Schnappschüsse an Verwandte und Freunde versenden. Durch die neuen Telefonkameras von Sanyo und Sharp hat der Betreiber J-Phone im Juli mehr als ein Viertel der neuen Vertragsabschlüsse im japanischen Mobilfunkmarkt für sich gewonnen. Das Unternehmen ist mit 10,5 Millionen Kunden die Nummer zwei in Japan.

Auch in anderen Bereichen hat der japanische Mobilfunkmarkt dem europäischen einiges voraus. Der Dienst "I-Mode" konnte innerhalb von zwei Jahre mehr als 24 Millionen Nutzer verzeichnen. Bis Ende des Jahres sollen es 30 Millionen sein - etwa 40 Prozent aller japanischen Mobilfunkkunden. Rund 1500 I-Mode-Sites können die Nutzer über ihr Handy abrufen, darunter News-Services, Navigationssysteme und Ticket-Dienste. I-Mode erhöht die Rechnung eines Nutzers im Durchschnitt um 25 Prozent.

Das UMTS-Forum unterscheidet sechs Servicearten in UMTS-Netzen. Neben Sprache sollen Connectivity-Dienste und Informationen angeboten werden.

Internetservices auf Grundlage von WAP (Wireless Application Protocol) - dem europäischen Pendant zum japanischen I-Mode - sind dagegen ein Flop. Die Carrier hier zu Lande müssen sich jedoch dringend zusätzliche Einnahmequellen erschließen, um die erdrückende Schuldenlast zu mildern und die Investitionen in die UMTS-Lizenzen (Universal Mobile Telecommunications System) und den Netzaufbau zu amortisieren.