AKIRA-Softwarepiraten sitzen in Haft

Die sechste Ausgabe von Raubkopien prominenter Programme und Spiele unter dem Label AKIRA ist einer vierköpfigen deutsch-dänischen Raubkopiererbande zum Verhängnis geworden. Beim Empfang einer LKW-Ladung von "AKIRA Vol. 6" wurden die Männer in Düsseldorf verhaftet.

Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen bis zu fünf Jahre Haft wegen Verstöße gegen das Urheberrecht. Die Fahnder gehen davon aus, dass es weitere Mittäter gibt. Das sechs CD-ROMs umfassende Akira-6-Paket enthielt insgesamt 170 gecrackte Softwaretitel: darunter Corel Draw 9, Windows 98 SE, Adobe Photo de Luxe Business Edition und Spiele wie NHL 200, Age of Empire III, Nascar Racing III.

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Straftaten gegen das Urheberrecht (GVU) war beim routinemäßigen Check von Internet-Inhalten auf das Angebot gestoßen. Für 70 Mark boten die Raubkopierer das Paket im Internet zum Kauf an. Die GVU schätzt den Schaden, den der Vertrieb des Paketes verursacht hätte, auf rund 1,5 Milliarden Mark. Nach den bisherigen Ermittlungen haben die fünf Vorgängerversionen eine Auflage von jeweils rund 20.000 Stück erreicht.

Ein Label, das direkt ins Gefängnis führt - die AKIRA Editionen.

GVU-Geschäftsführer Joachim Tielke bezeichnet den AKIRA-Fall als weltweit größten, der im Zusammenhang mit Computersoftware-Piraterie aufgeklärt wurde. Die Täter beschreibt Tielke als Computerspezialisten, die nicht nur den Kopierschutz der Programme geknackt, sondern auch ein ausgetüfteltes Vertriebssystem im Internet aufgezogen haben. (uba)