Twitter, Google+, Resumup

Tipps für die Jobsuche in Social Networks

24.11.2013 von Andrea König
Recruiter halten längst nicht mehr nur bei Xing und Linkedin Ausschau nach Talenten. Offene Stellen gibt es auch über Facebook, Twitter und Google+.

Längst beschränkt sich die Jobsuche in den sozialen Netzwerken nicht mehr auf Business-Angebote wie Xing und Linkedin. Mit einigen Tricks bleibt man auch bei Facebook und Twitter auf dem Laufenden über neue Jobs und lockt Headhunter auf seine Seite. Kristin Burnham von unserer amerikanischen Schwesterpublikation CIO.com gibt Ratschläge für die Stellensuche in sozialen Netzwerken.

Firmenseiten auf Facebok "liken"

Wenn man gern für eine ganz bestimmte Firma arbeiten möchte, sollte man unbedingt auf ihrer Facebook-Fanseite "gefällt mir" klicken. Denn häufig veröffentlichen Unternehmen freie Stellen auf ihrer Facebook-Seite. Gerade bei Konzernen gibt es oft auch eine eigene Seite, die die Karrieremöglichkeiten erläutert, zum Beispiel Karriere bei Audi.

Wer bei einer ganz bestimmten Firma arbeiten möchte, sollte die jeweilige Facebook-Karriereseite liken.
Foto: Techniker Krankenkasse

Das Facebook-Profil SEO-optimieren

Mitte Januar 2013 hat Facebook auf einer Pressekonferenz die neue Suche Facebook Graph vorgestellt, die inzwischen verfügbar ist. Wer auf Facebook privat bleiben möchte, sollte diese neue Funktion zum Anlass nehmen, seine Privatsphäre-Einstellungen noch einmal zu überarbeiten.

Wer jedoch einen neuen Job sucht, kann vom Facebook Graph profitieren. Gibt ein Recruiter zum Beispiel die Abfrage "Personen aus San Francisco die sich für Java interessieren" ein, listet das Ergebnis mehr als 1000 Profile auf. Möchte man gefunden werden, dann gilt: Je mehr relevante Informationen das Facebook-Profil enthält, desto besser. Dabei kommt es vor allem auf die Ausbildung, berufliche Stationen, Fähigkeiten und Sprachen an.

Hashtag-Suche bei Twitter

Bei der Jobsuche sollte man auch an Twitter denken. Gerade Firmen mit Social Media-Bezug machen dort auf ihre offenen Stellen aufmerksam. Diese Angebote werden meist mit passenden Hashtags veröffentlicht, die man über die Twittersuche findet. Im ersten Schritt könnte man zum Beispiel nach seinem gewünschten Einsatzort suchen, also zum Beispiel #Hamburg #Job. Die Jobsuche auf Twitter ist nicht nur aktuell, sie bietet auch den direkten Kontakt zu Personen, die bereits bei diesem Arbeitgeber arbeiten. Denn häufig werden die Angebote nicht vom anonymen Firmenaccount sondern von Mitarbeitern veröffentlicht. Die könnte man dann durchaus kontaktieren kann, wenn man mehr über den Job wissen möchte.

Bildergalerie:
Tipps und Tricks für die Selbstdarstellung
Wie Berufstätige es schaffen, Aufmerksamkeit im Job zu gewinnen, ohne aufdringlich zu wirken, sagt Tom Schmitt.
Tipp 1: Sich an die (Spiel-)Regeln halten.
Um Netzwerke richtig zu nutzen, sollten man sich an deren (ungeschriebene) Regeln halten. Die meisten Mitglieder von Netzwerken verzeihen es zum Beispiel nicht, wenn platte Werbung in eigener Sache gemacht wird. Selbstbeweihräucherung und -überhöhung erzeugen mehr Ablehnung als Interesse.
Tipp 2: Präsent sein.
Viel besser ist es, eine wohltuende charmante Präsenz zu zeigen. Sie erzeugen Aufmerksamkeit, wenn Sie es zum Nutzen aller tun. Ein interessanter Vortrag, ein klares Statement oder eine intelligente Frage im Anschluss an den Vortrag eines Anderen erzeugt die Aufmerksamkeit, die Sie brauchen, um wahrgenommen zu werden.
Tipp 3: Alleinstellung.
Erarbeiten Sie sich auf Ihrem Gebiet eine Alleinstellung. Sie sind "der Spezialist für ..." - also der Experte für etwas, das Sie besser können als (fast) alle anderen. Das hebt Ihren Status und macht Sie im Netzwerk attraktiv. Nicht für alle, aber für die Personen, die für Ihre Karriere wichtig sind.
Tipp 4: Sich positionieren.
Besetzen Sie Positionen, die sich nicht glatt in den "Mainstream" einordnen lassen. Haben Sie den Mut zum Anderssein. Betonen Sie das Besondere Ihrer Person, Ihrer Persönlichkeit und Ihres Tuns. Seien und bleiben Sie einzigartig. Doch Vorsicht! Bleiben Sie dabei authentisch. Denn Menschen haben ein feines Gespür dafür, wenn andere Personen nur eine aufgesetzte Rolle spielen. Dann sind sie in ihren Augen unglaubwürdig.
Tipp 5: Sich für andere Menschen interessieren.
Bei den Netzwerktreffen - sei es im Club, auf der Messe oder dem Kongress - sollten Sie sich vor allem für die anderen Menschen interessieren. Suchen Sie zum Beispiel in den Pausen, beim Small-Talk den Kontakt. Doch statt Plattitüden auszutauschen ("interessante Veranstaltung...") sollten Sie Fragen stellen. Fragen Sie und hören Sie zu. Sammeln Sie Informationen. Die andere Person wird Sie irgendwann fragen: "Und was machen Sie beruflich?" Jetzt können Sie punkten - mit der Alleinstellung, mit Charme und mit den Informationen, die Sie gesammelt haben und die Sie jetzt einfließen lassen.
Tipp 6: Den Status anpassen.
Gute Netzwerker passen ihren Status automatisch dem Status ihres Gegenübers an. So bleibt die Kommunikation spannend und Sie sind und bleiben für Ihr Gegenüber von Interesse.
Tipp 7: Mit dem Status spielen.
Die Meisterklasse ist das Spiel mit dem Status. Das bedeutet: Sie nehmen im Verlauf des Gesprächs oder Kontakts mal einen höheren, mal einen tieferen Status ein. Mal sind Sie zum Beispiel der erfahrene Experte, mal der interessierte Laie. Im tieferen Status "spielen" Sie auch, wenn Sie beispielsweise als aufmerksamer Mensch dem Gesprächspartner den fehlenden Zucker zum Kaffee holen. Und kurze Zeit später wechseln Sie in den höheren Status - zum Beispiel, indem Sie Ihre Kompetenz bezüglich eines angesprochenen Themas zeigen oder eine klare Position zu einer kniffligen Frage beziehen. Wenn Sie geschickt mit Ihrem Status spielen, wecken Sie die Neugier Ihrer Gesprächspartner, positionieren sich als sympathische und respektvolle Persönlichkeit ... und Sie sind im Spiel.

Aktiv in Frage- und Antwort-Portalen

Für die erfolgreiche Jobsuche im Netz empfiehlt Kristin Burnham auch, sich auf Frage- und Antwort-Portalen wie Quora als Experte zu seinem Thema zu positionieren. Denn Recruiter würden auch auf diesen Seiten Ausschau nach Talenten halten. Quora ist hierzulande weniger bekannt. Übertragen auf den deutschsprachigen Raum könnte man den Ratschlag aussprechen, in zum Fachgebiet passenden Foren oder Portalen Präsenz zu zeigen und sich so als Experte zu positionieren.

Google+ nicht vernachlässigen

Bei Google+ ist im Vergleich zu Facebook oder Twitter deutlich weniger los, weshalb viele das Netzwerk als unwichtig abtun. Das sollten sie nicht. Gerade wegen seiner Verknüpfung mit der Google-Suche sollte man sein Google+-Profil pflegen. Wer im Netz Artikel veröffentlicht - etwa auf einem Blog - sollte sich näher mit Google Authorship beschäftigen. Dann werden Artikel nämlich zusammen mit dem Google+-Profilbild und einem Verweis auf die Profilseite in den Suchergebnissen angezeigt.

Resumup nutzen

Zusätzlich zu den fünf Tipps von Kristin Burnham lohnt sich auch ein Blick auf die Plattform Resumup. Bei Resumup meldet man sich mit seinem Facebook- oder Linkedin-Account an und erstellt in wenigen Schritten aus seinem Lebenslauf eine Infografik, die man auch abspeichern und auf anderen Seiten einbauen kann. Dabei bleibt es nicht. Wer bei Resumup sein Karriereziel einträgt, bekommt angezeigt, welche Schritte und Fähigkeiten fehlen, bis man dieses Ziel erreicht. Um diese Aussage zu treffen, hat Resumup zig Social Media-Profile durchforstet. Gerade IT-Experten können mit einem Profil bei Resumup zeigen, dass sie neugierig auf neue Anwendungen sind. (mje)

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer Schwesterpublikation CIO.