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Hyper-V aus Windows Server 2016 kostenlos nutzen

22.11.2017 von Thomas Joos
Wer die neuen Funktionen von Hyper-V aus Windows Server 2016 nutzen will, kann auf die kostenlose Microsoft-Software Hyper-V-Server zurückgreifen. Dabei handelt es sich um die Installation von Windows Server 2016 als Core-Server mit bereits aktivierter Hyper-V-Rolle.

ISO-Datei herunterladen und über USB-Stick bereitstellen

Hyper-V-Server 2016 laden Sie als ISO-Datei direkt bei Microsoft herunter. Mit dem "Windows USB/DVD Download Tool" laden Sie die ISO-Datei und erstellen einen bootfähigen USB-Stick, mit dem Sie den Server starten, auf dem Sie Hyper-V-Server installieren wollen. Alternativ verwenden Sie die Befehlszeile und "Diskpart" zur Installation. Den Vorgang dazu finden Sie in einem eigenen Beitrag.

Mit dem Windows USB/DVD-Downloadtool oder Diskpart erstellen Sie einen Installationsdatenträger für Hyper-V-Server 2016.

Installation durchführen

Die Installation von Hyper-V-Server 2016 erfolgt identisch mit der Installation eines herkömmlichen Servers mit Windows Server 2016. Durch das Setup führt ein Assistent mit grafischer Benutzeroberfläche. In diesem werden die gleichen Aufgaben vorgenommen, wie bei der Installation von Windows Server 2016, inklusive der Aufteilung der Datenträger.

Die Installation von Hyper-V Server 2016 erfolgt identisch mit der Installation eines herkömmlichen Servers mit Windows Server 2016.

Grundeinrichtung des Servers

Nach der Installation des Servers werden alle grundlegenden Einstellungen wie Netzwerk-Anbindung, Verbindung mit dem Active Directory, Servername und vieles andere im grafischen Befehlszeilentool "sconfig" vorgenommen. Die Installation der Hyper-V-Rolle ist nicht notwendig, diese ist auf dem Server automatisch aktiviert. Mit dem Tool setzen Sie die IP-Einstellungen sowie die DNS-Server und verbinden den Server mit Active Directory.

Die grundlegende Einrichtung des Servers nehmen Sie über "Sconfig" vor.

Konfiguration abschließen

Wenn Sie die Netzwerkeinstellungen aus Schritt 8, die Verbindung über den Remotedesktop aus Schritt 7, die Remoteverwaltung aus Schritt 4 und die Anbindung an die Domäne aus Schritt 1 und Schritt 2 abgeschlossen haben, steht der Server zur Verwendung als Hyper-V-Host zur Verfügung.

In Sconfig binden Sie den Server an das Netzwerk an, und verbinden den Server auch mit Active Directory.

Mit dem Hyper-V-Manager arbeiten

Wenn der Server korrekt im Netzwerk angebunden ist, können Sie mit dem Hyper-V-Manager von anderen Servern aus oder von Arbeitsstationen mit Windows 10 die Hyper-V-Rolle auf dem Server verwalten. Dazu müssen Sie in Windows 10 die Remote Server Administration Tools (RSAT) für Windows 10 installieren. Nach der Installation können Sie sich problemlos mit dem Hyper-V Server 2016 verbinden, wenn die Arbeitsstation und der Server im gleichen Active Directory angemeldet sind, oder zumindest eine Vertrauensstellung aufgebaut wurde.

Um Hyper-V Server 2016 zu verwenden, müssen Sie zuerst eine Verbindung mit dem Hyper-V-Manager herstellen lassen.

Hyper-V-Einstellungen korrekt setzen

Im Hyper-V-Manager sollten Sie zunächst über den Link "Hyper-V-Einstellungen" auf der rechten Seite die grundlegenden Einstellungen von Hyper-V vornehmen. Hier stehen die gleichen Funktionen zur Verfügung, wie auf herkömmlichen Servern mit Windows Server 2016 und installierter Hyper-V-Rolle. Wichtig ist hier vor allem die Konfiguration der Verzeichnisse, in denen die VMs gespeichert werden sollen.

In den Hyper-V-Einstellungen im Hyper-V-Manager können Sie über das Netzwerk Einstellungen für den Hyper-V Server 2016 vornehmen.

Virtuelle Switches erstellen

Die Verbindung der virtuellen Server auf dem Hyper-V Server 2016 erfolgt auf Basis virtueller Switches, wie auf herkömmlichen Servern mit Windows Server 2016 und installierter Hyper-V-Rolle. Bevor Sie VMs erstellen, sollten Sie mit dem Manager für virtuelle Switches, den Sie auf der rechten Seite des Fensters starten, neue Switches erstellen lassen.

Mit dem Manager für virtuelle Switches erstellen und verwalten Sie die Netzwerkverbindungen der virtuellen Server.

Virtuelle Switches konfigurieren

Zunächst erstellen Sie für die einzelnen physischen Netzwerkkarten im Computer jeweils einen virtuellen Switch durch die Auswahl von Neuer virtueller Switch und dem Klick auf die Schaltfläche Virtuellen Switch erstellen. Im neuen Fenster wählen Sie die physische Netzwerkkarte aus, die Sie dem Switch zuweisen wollen, und legen fest, welche Art von Netzwerk Sie dem Switch zuordnen:

Extern - Dieses Netzwerk ermöglicht dem virtuellen Computer eine Kommunikation mit dem Netzwerk und zwischen virtuellen Computern auf dem Host. Sie können im Hyper-V-Manager immer nur ein externes Netzwerk pro verfügbarer Netzwerkkarte erstellen, aber mehrere virtuelle Computer können sich dieses externe Netzwerk und damit die Geschwindigkeit der Karte teilen.

Intern - Diese Netzwerke erlauben eine Kommunikation der virtuellen Computer untereinander auf dem physischen Host. Die Computer können nicht mit dem Netzwerk kommunizieren, außer mit dem Hyper-V-Host selbst und den anderen virtuellen Computern. Dafür ist für diese Verbindung keine Netzwerkkarte erforderlich, da die Verbindung virtuell stattfindet.

Privat - Diese Netzwerke erlauben eine Kommunikation zwischen den einzelnen virtuellen Computern auf dem Host. Die Kommunikation mit dem Host selbst ist bei diesem Netzwerk nicht möglich.

Mit dem Hyper-V-Manager können Sie virtuelle Switche erstellen und konfigurieren.

VMs erstellen

Sobald der Server eingerichtet ist, können Sie erste VMs erstellen. Die Vorgehensweise in Hyper-V-Server 2016 entspricht der von Windows Server 2016 mit installierter Hyper-V-Rolle. Sie können auch in Hyper-V-Server 2016 die neuen Konfigurationsdateien von Hyper-V in Windows Server 2016 nutzen. Sie können mit dem Link "Virtuellen Computer importieren" auch bereits vorhandene Server von anderen Hyper-V-Servern oder Windows Server 2012 R2 und älter importieren lassen.

Im Hyper-V-Manager erstellen Sie neue virtuelle Computer.

VMs verwalten

Über das Kontextmenü können Sie Einstellungen der VMs aufrufen. Hier können Sie zum Beispiel die neuen Funktionen von Windows Server 2016 nutzen, zum Beispiel die Produktionsprüfpunkte. Auch die Replikation der VMs zwischen verschiedenen Hyper-V-Servern lässt sich hier konfigurieren. In den Einstellungen von virtuellen Maschinen sollten Sie festlegen, wie sich der virtuelle Server beim Herunterfahren oder Starten des Hostsystems verhalten soll. Hier gelten die gleichen Regeln inklusive Probleme wie bei der Livemigration im Cluster. Bei unkontrolliertem Start booten die einzelnen Computer nicht immer in der richtigen Reihenfolge.

Im Hyper-V-Manager konfigurieren Sie die virtuellen Server und passen Einstellungen an, mit denen sich die Server optimal im Netzwerk betreiben lassen.

(hal)