Kompatibilität ist Trumpf

Seit der Verabschiedung des WLAN-Standards 802.11b entwickeln sich Wireless LANs zu einem echten Renner. Immer mehr Unternehmen denken darüber nach, die drahtlose Ethernet-Variante für die Anbindung von PCs und Notebooks einzusetzen. Probleme macht vor allem Bluetooth - als Konkurrent und als Störfaktor.

Von: Ariane Rüdiger

Wireless Fidelity oder kurz Wifi heißt das Zauberwort, das viele Anwender endlich davon überzeugen könnte, neben der verkabelten auch eine drahtlose Netzwerkinfrastruktur in Erwägung zu ziehen. Wifi ist das Kompatibilitäts-Logo der Wireless Ethernet Compatibility Alliance (Weca), einer im letzten Jahr gegründeten Industrieorganisation, die den Markt für Wireless LANs nach dem Ethernet-Standard 802.11b voranbringen will. Sie bemüht sich unter anderem darum, Ordnung in den Gerätedschungel zu bringen. Bisher gab es eine Reihe von Problemen, die den Anwendern die Nutzung der mittlerweile 11 MBit/s schnellen WLAN-Karten und Access Points vergällten.

In nur zwölf Monaten hat sie sich mehr als verfünffacht.

Am ärgerlichsten war, dass der im lizenzfreien 2,4-GHz-Band arbeitende 802.11b-Standard die Kommunikation zwischen den Access Points nur unzureichend regelt. Die Folge: Zwar konnte man beliebige Karten an beliebigen Access Points anmelden, nicht aber zwischen ihnen roamen, es sei denn, sämtliche Access Points stammten vom selben Hersteller. Dieses Problem hat Wifi ausgeräumt: Geräte, die das Logo tragen, verstehen sich untereinander. Auch die 40-Bit-WEP-Security (Wired Equivalent Privacy) entsprach nicht den Bedürfnissen des Geschäftsverkehrs, und so schraubte Weca die Anforderungen an die Logo-Inhaber gleich auf 128-Bit-Verschlüsselung nach oben. Mittlerweile lässt nahezu jeder Hersteller seine Komponenten durch die Weca zertifizieren.

Wie attraktiv das Marktsegment WLAN ist, wird auch dadurch deutlich, dass mittlerweile nahezu jeder Hersteller eigene Produkte anbietet. Cisco brachte sich durch den Aufkauf von Aironet ins Spiel. Lucent ist mit den Orinoco-Produkten und eigenen Chipsets, die in vielen Lösungen implementiert sind, schon lange dabei. Ähnliches gilt für Symbol ("Spectrum"), Breezecom ("Breezenet") oder Enterasys ("Roamabout"). Dazu kommen neuerdings Hersteller wie Intel, D-Link, Digi International oder SMC. In Deutschland sind unter anderem Compulan, Elsa, Siemens, Dr. Neuhaus oder die Ulmer Artem aktiv, die Bintec beliefert. Zudem gibt es für immer mehr Highend-Notebooks und Pocket-PCs WLAN-Zubehör, zum Beispiel für die "I-Paqs" von Compaq.