Comdex: AMD zu Hyper-Threading, Barton, Opteron

Im Interview mit tecCHANNEL konkretisierte AMD die Pläne für die Zukunft und dementierte Gerüchte. Die Aussagen zum Mitbewerb und dessen neuer Technologie fielen deutlich aus.

Beim Athlon XP 2800+ soll es laut AMD keine Verzögerung geben. Damit dementierte Marty Seyer, Vice President of Marketing Server Business bei AMD, die Gerüchte um Fertigungsprobleme. Die CPU soll wie geplant noch im vierten Quartal 2002 ausgeliefert werden. Nach Ansicht von AMD sei das Potenzial des Thoroughbred-Core auch noch nicht ausgeschöpft, und es sollen noch CPUs mit höheren Frequenzen folgen - die Technologie habe man im Griff.

2003 mit Sommerpause: In den ersten Monaten des neuen Jahres kommt viel Neues von AMD. Dann ist erst mal Ruhe. CPUs im 90-nm-Prozess gibt es frühestens 2004.

Der Athlon XP mit Barton-Core und größerem L2-Cache liegt nach Ansicht von AMD ebenfalls noch im Zeitplan, zumindest wenn es um die Roadmaps geht, die vor einem Jahr veröffentlicht wurden. Kleinere Verzögerungen würden sich im Rahmen des Üblichen bewegen.

Bezüglich der Performance des Barton hält sich AMD noch bedeckt: Er kommt aber auch mit der Model Number. Ein Barton 2800+ wäre demnach beispielsweise niedriger getaktet als ein Athlon XP 2800+. AMD deutete an, dass der Leistungsunterschied bei gleicher Taktfrequenz mindestens 10 bis 15 Prozent betragen soll. Ein Barton mit 2133 MHz (damit arbeitet derzeit der Athlon XP 2600+) könnte so mit der Model Number 3000+ Intels Pentium 4 mit 3,06 GHz Paroli bieten.

Vor Intels neuem Pentium 4 mit Hyper-Threading habe AMD keine Angst. Nach Meinung von AMDs Kunden brauche dies niemand, man sehe zurzeit keinen Bedarf für Hyper-Threading. AMD plane auch nicht, dies in einer der nächsten CPU-Generationen einzuführen oder beispielsweise den Athlon XP damit nachzurüsten. Technisch machbar sei auch, zwei CPUs auf einem Die unterzubringen, wenn der Markt dies erfordere. Man konzentriere sich jetzt jedoch auf das, was nach Sicht von AMD wichtig ist: die 64-Bit-CPUs und die Integration des Memory Controller in die CPU. Denn damit habe man auch einen großen Effekt auf die Performance.

Ob die Intel-Bastion Dell tatsächlich Opterons und Athlon XPs in ihr Programm aufnimmt, wollte bei AMD niemand bestätigen oder dementieren. Eine Aussage von Randall D. Groves, Vice President Computer Servers bei Dell, in der "New York Times" vom 29. September 2002 war der Anlass für die Spekulationen. Er sagte im Interview bezüglich des Opteron, dass "AMD erstmals einen Mehrwert außer nur dem Preis" bieten kann und man das ernst nehmen müsse. Dell wolle noch vor dem Jahresende 2002 entscheiden, ob AMD-Chips in Frage kommen.

Viererpack: AMD zeigte auf der "Comdex" einen noch im Prototypen-Stadium befindlichen Multiprozessor-Server mit vier Opteron-CPUs.

Neben den bislang gezeigten Workstations sind auf der "Comdex" Opteron-Server und -Applikationen zu sehen. Bei AMD selbst ist ein Multiprozessor-Server ausgestellt, der noch unter Windows 2000 Server läuft.

Stapelware: Bis zu 156 geclusterte Opteron-Prozessoren will Angstrom im Maximalausbau mit 1U-Servern in diesem Rack zusammenfassen.

Angstrom plant, Dual-CPU-Systeme in 1U-Bauform in Zukunft auch mit dem Opteron anzubieten. Derzeit habe man viel Erfolg mit geclusterten Athlon-MP-Systemen. In Zukunft sollen Racks mit bis zu 165 CPUs die Cluster in preiswerte Supercomputer-Regionen heben. Als Betriebssystem kommt bei den Angstrom-Servern Red Hat Linux zum Einsatz. Ein Angstrom-System mit 128 Athlon MPs (jeweils auf Dual-Mainboards) diente bereits den Animationsspezialisten von Rhythm & Hues dazu, im Film "Scooby Doo" den Hund zu rendern. (fkh/mec)