Flash, HTML5

Videoformate sind ein Dilemma für Content-Anbieter

Content-Anbieter, die alle Plattformen und Endgeräte mit Videos bedienen wollen, müssen eine mehrgleisige Strategie fahren. Große Hoffnungen werden in HTML5 gesetzt.

Nach einigen Experimenten bietet die Videoplattform Vimeo nun sämtliche Videoinhalte auch auf HTML5-Basis an. Damit können Vimeo-Videos auch problemlos auf iPhones und iPads abgespielt werden. Das Ende von Flash auf der Plattform ist aber ebenfalls nicht besiegelt. Vielmehr zeichnet sich ein Nebeneinander der Formate ab. "Früher konnte man sich mit Flash darauf verlassen, dass überall dasselbe Ergebnis erzielt wird. HTML5 hingegen verhält sich von Browser zu Browser und von Gerät zu Gerät unterschiedlich", kommentiert das Vimeo-Team auf dem eigenen Blog. Der nun freigeschaltete Universalplayer, der je nach Umgebung das beste Format automatisch auswählt, täuscht darüber hinweg, dass im Hintergrund mehrere Player im Einsatz sind.

"In Wahrheit mussten wir einen neuen Flash-Player, einen mobilen Flash-Player, einen Player für das iPad, einen für das iPhone sowie einen neuen HTML5-Player entwickeln", beschreibt Vimeo das derzeitige Dilemma für Content-Anbieter. Denn bei den ersten HTML5-Experimenten war Vimeo prompt von Browserherstellern wie Mozilla und Opera für die Verwendung des patentierten und kostenpflichtigen H.264-Video-Codecs kritisiert worden.

Videoinhalte: Die Plattform Vimeo bietet bewegte Bilder nun auch in HTML5.
Videoinhalte: Die Plattform Vimeo bietet bewegte Bilder nun auch in HTML5.

Mozilla und Opera gelten zwar neben Chrome als HTML5-Musterschüler, unterstützen im Formatkrieg aber nur den offenen Theora-Codec des Ogg-Containerformats. Opera und Firefox 4 werden zudem das neue Google-Format WEBM zur Videoeinbettung unterstützen, das wiederum auch von Vimeo in seinem Universalplayer implementiert werden soll.

Für Contentanbieter, die alle Plattformen und mobilen Geräte bedienen wollen, bedeutet dies bis auf weiteres eine aufwändige mehrgleisige Strategie. Dass Adobe den Kampf um Flash auch auf mobilen Geräten noch lange nicht aufgeben will, beweist die aktuelle Umsetzung der mobilen Flash-Variante für Android 2.2. "Wir haben damit bewiesen, dass unsere Technologie nicht nur funktioniert sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Attraktivität mobiler Geräte liefert", meint etwa Adobe-CEO Shantanu Narayen.

In der Browserwelt stehen die Zeichen allerdings auf HTML5. Neben Mozilla mit Firefox 4 drückt erstmals auch Microsoft mit dem bevorstehenden Release von Internet Explorer 9 aufs Gas. "HTML5 bedeutet einen Quantensprung für das Web, auch wenn wir das bis jetzt noch gar nicht wirklich realisiert haben", meint Mozilla-Europe-Präsident Tristan Nitot gegenüber pressetext. "Videos und Animationen können zukünftig viel besser in die Webumgebung integriert werden. Die Möglichkeiten durch unterlegte Metadaten sind grenzenlos", so Nitot. (pte/mje)