Schlaffer Klassenprimus

Durchsatzmessung: bescheidenes Ergebnis

Wesentlich ungünstiger sieht die Situation aus, wenn man dem Switch 20 parallele Datenströme zumutet. Das Gerät erreicht dabei bestenfalls 82 Prozent des Wire-Speed-Durchsatzes. Im ungünstigsten Fall, nämlich bei der Paketgröße 1518 Bytes, kommt der 2924 XL gar nur auf knapp 52 Prozent der Maximalleistung (Bild 1). Das sind recht bescheidene Werte. Der Switch ist einer vollen Belastung nicht gewachsen - und dabei waren hier nur 20 der 24 Ports überhaupt in Betrieb.

Auf der sicheren Seite: Die Latenzzeiten des 2924XL bewegen sich im grünen Bereich. Auffällig ist nur die Spitze bei 128 Byte Paketgröße.
Auf der sicheren Seite: Die Latenzzeiten des 2924XL bewegen sich im grünen Bereich. Auffällig ist nur die Spitze bei 128 Byte Paketgröße.
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Als nächstes gingen wir der Frage auf den Grund, wie sich die zusätzliche Belastung durch die Unterscheidung der Datenpakete nach virtuellen LANs (VLANs) auswirkt. Hierzu konfigurierten wir zwei logische VLAN-Segmente, wobei wir jedem Segment zehn Ports zuwiesen. Immerhin: Der Durchsatz wurde durch die Mehrarbeit im Switch nicht weiter verschlechtert. In der Tat lag er sogar geringfügig besser als bei der Messung ohne VLANs. Auch die Konfiguration mehrerer VLANs brachte keine Verschlechterung der Meßwerte.

Eine weitere wichtige Meßgröße ist die Latenzzeit - die Zeit, die ein Datenpaket auf dem Weg durch den Switch verliert. Es lohnt sich diese Größe einer genaueren Betrachtung zu unterziehen: Werden zeitkritische Signale - etwa Voice over IP - übertragen, so spielt die Durchlaufzeit eine wichtige Rolle für die Qualität des Signals. Wenn das Signal zwischen Sender und Empfänger mehrere Switches durchläuft, was in der Praxis die Regel sein dürfte, summieren sich die einzelnen Latenzzeiten. Bei großen Entfernungen kommt hier leicht das 10- bis 20fache der Latenzzeit des einzelnen Switches zusammen.

Gigabit-Feigenblatt: Das Uplink-Modul wird durch die interne Struktur ausgebremst.
Gigabit-Feigenblatt: Das Uplink-Modul wird durch die interne Struktur ausgebremst.
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Bei unserem Testkandidaten lagen die Latenzzeiten gerade noch im Mittelfeld dessen, was wir im Laufe des vergangenen Jahres gemessen haben. Bis 90 Prozent der Vollast bleiben die Werte ziemlich stabil, um bei 100 Prozent der Last dann doch deutlich schlechter zu werden. Bei einer Paketgröße von 128 Bytes leistet sich der 2924 XL einen Ausreißer, hier liegt der Wert mit circa 270 Mikrosekunden am schlechtesten. Für die Praxis bleiben diese Verzögerungen indessen irrelevant: Fachleute beurteilen Latenzzeiten ab etwa 10 Millisekunden als die Zumutbarkeitsgrenze, und das auch nur bei sehr sensiblen Applikationen. Somit bleibt der Anwender auch beim Hintereinanderschalten von zehn Switches dieser Bauart auf der sicheren Seite.