Netzwerkpraxis: Linux und Windows miteinander vernetzen

Auch Windows- und Linux-Rechner müssen miteinander kommunizieren, wenn sie in einem gemeinsamen Netzwerk arbeiten. Dieser Workshop zeigt, wie man diese Vernetzung realisieren kann.
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Foto: chanpipat_shutterstock

05Virtuelle Linux-Server in Windows-Netzwerke einbinden

Mit Hyper-V in Windows Server 2012 R2 lassen sich Linux-Server nahezu genauso effizient nutzen, wie Windows-Server. Dazu hat Microsoft auch die Integration Services überarbeitet, mit denen sich Linux-Server optimal mit Hyper-V verbinden. Virtualisieren Sie Hardware, zum Beispiel Netzwerkkarten, ist Zusatzsoftware notwendig. Im Falle von Linux handelt es sich um die Linux Integration Services (LIS). Diese übernehmen die Steuerung der virtuellen Hardware und erlauben die Netzwerk-Kommunikation von Linux-Servern mit Windows und dem Rest des Netzwerkes.

Verfügt die Linux-Distribution, die Sie einsetzen, noch nicht über die aktuellen Linux Integration Services, können Sie diese kostenlos bei Microsoft herunterladen und manuell in der Distribution installieren. Achten Sie darauf, dass Sie für den Einsatz unter Windows Server 2012 R2 und Hyper-V Server 8.1 mindestens die Version 3.5 der Linux Integration Services benötigen.

Bei vielen Linux-Distributionen müssen Sie für die Installation noch eine Legacy-Netzwerkkarte für die Installation verwenden. Nachdem Sie LIS 3.5 installiert haben, können Sie diese aber gegen eine normale Netzwerkkarte ersetzen. Moderne Distributionen, wie auch Univention Corprate Server lassen sich problemlos mit Hyper-V virtualisieren und in bestehende Netzwerke einbinden. Auch eine Integration in Active Directory-Umgebungen ist auf diesem Weg möglich.

Virtuellen Linux-Computer können Sie auch mit den Livemigrations-Funktionen in Windows Server 2012 R2 nutzen, nicht nur die Hyper-V-Replikation. Arbeiten Sie mit Jumbo Frames im Netzwerk, müssen Sie ebenfalls auf LIS 3.5 setzen. Diese unterstützen Ethernet-Frames mit einer Größe von mehr als 1.500 Bytes. Auch VLANs lassen sich jetzt in Linux nutzen, wenn Sie mit Hyper-V virtualisieren.

Nachdem Sie den virtuellen Server erstellt und mit Linux installiert und gestartet haben, sollten Sie im ersten Schritt überprüfen, ob in der entsprechenden Distribution bereits Linux Integration Services (LIS) installiert sind. Dazu melden Sie sich mit root-Rechten an der Linux-VM an und verwenden den folgenden Befehl:

/sbin/modinfo hv_vmbus

In der Konsole überprüfen Sie die Anbindung von Linux an Hyper-V zur besseren Kommunikation im Netzwerk.
In der Konsole überprüfen Sie die Anbindung von Linux an Hyper-V zur besseren Kommunikation im Netzwerk.

Anschließend zeigt Linux an, ob LIS installiert sind und welche Version im Einsatz ist. Wenn LIS nicht im Einsatz ist, laden Sie sich die ISO-Datei der LIS 3.5 bei Microsoft herunter und verbinden Sie diese als CD/DVD-Laufwerk mit der VM, auf der Sie die Version installieren oder aktualisieren wollen. Danach müssen Sie die ISO-Datei im Betriebssystem bereitstellen:

mount /dev/cdrom /media

Im Anschluss wechseln Sie in das Verzeichnis der Linux-Version, die Sie einsetzen. Eine Aktualisierung führen Sie mit dem Befehl ./upgrade.sh aus. Wenn noch keine Integration Services installiert sind, finden Sie im entsprechenden Verzeichnis auch eine SH-Datei, durch deren Aufruf Sie LIS installieren, zum Beispiel mit ./install.sh. Wir gehen im nächsten Abschnitt ausführlicher auf eine Neuinstallation ein.

Linux Integration Services installieren Sie am einfachsten über ein Linux-Terminal.
Linux Integration Services installieren Sie am einfachsten über ein Linux-Terminal.

Sie können in einem Linux-Terminal überprüfen, ob die Treiber von LIS in das System eingebunden sind. Dazu verwenden Sie den Befehl /sbin/lsmod | grep hv. Im unteren Bereich bei hv_vmbus zeigt das Terminal die geladenen Treiber an. Folgende sind besonders wichtig:

hv_netvsc - Hierbei handelt es sich um den neuen Treiber für virtuelle Netzwerkkarten.

hv_utils - Dieser Treiber unterstützt zum Beispiel Key-Value Pair (KVP) Exchange mit virtuellen Linux-Computern. Diese Technik überträgt den vollqualifizierten Domänennamen an den Host, sowie die LIS-Version, die auf dem virtuellen Server installiert ist. Auch die IP-Adressen (IPv4 und IPv6) werden über diesen Treiber von der VM an den Host übertragen. Über diesen Treiber können Sie zum Beispiel mit der PowerShell Daten des virtuellen Linux-Computers abrufen. Außerdem verbindet diese Funktion die virtuellen Computer mit der Datensicherungslösung des Hosts. Auf diese Weise erkennt die Datensicherung den Zustand der virtuellen Linux-VM und erlaubt deren Sicherung im laufenden Betrieb.

hv_timesource - Dieser Treiber kann die Zeit zwischen VM und Host synchronisieren

hv_vmbus - Hierbei handelt es sich um einen Kommunikationskanal zwischen Host und der Linux-VM.