Erwartungen an Arbeitgeber

Informatiker schreckt Anzugpflicht ab

Sie wollen am liebsten Produkte entwickeln, von netten Kollegen umgeben sein und Entwicklungschancen haben. Informatik- und Mathematik-Absolventen haben konkrete Erwartungen an ihre Arbeitgeber, wie eine Umfrage des IT-Dienstleisters BSI unter 200 Studenten zeigte.

Deutsche Absolventen wählen ihren Arbeitgeber vor allem nach dessen Fachbereich oder Technologie (durchschnittliche Priorität 4.0 auf einer Skala von 1 bis 12). Die Branche (4.7) ist ebenfalls relevant für die Wahl des Arbeitgebers. Ob der Arbeitgeber für bekannte Kunden arbeitet, spielt nicht so eine grosse Rolle. Das ist ein Ergebnis der Umfrage des Softwaredienstleisters BSI Business Systems Integration unter 200 Mathematik- und Informatikstudenten.

Kollegen sind das Wichtigste

Wichtig hingegen sind die künftigen Arbeitskollegen: Fast alle Studenten gaben an, dass bei der Wahl ihres Arbeitgebers die Kollegen in spe über Zu- oder Absage entscheiden. Mehr als die Hälfte wünscht sich herausragende Programmiertalente sowie ein technologisch innovatives, junges, selbständiges Team - Dresscode: Casual. Nur elf Prozent wollen mit Anzug und Krawatte zur Arbeit gehen. «Turnschuhe statt Lackschuhe scheint die Devise der Umfrageteilnehmer zu lauten. Die Studenten wollen mit ihrem Können überzeugen. Das ist eine sehr schöne Einstellung», sagt Markus Brunold, Geschäftsführer von BSI Business Systems Integration AG.

Das spiegeln auch die Interessensgebiete der Informatiker wieder. Diese wollen in die Produktentwicklung (79 Prozent) oder ins Software Engineering (75 Prozent). Produkte beim Kunden einzuführen ist das Ziel von 44 Prozent der befragten Studenten. Rund ein Drittel der Teilnehmer möchte im künftigen Job mit Datenbanken arbeiten.

München und Frankfurt besonders beliebt

In Bezug auf den Arbeitsort haben die Studenten keine konkreten Präferenzen. Für über 80% ist es nicht schlimm, wenn sie nicht am gleichen Ort wie ihre Kommilitonen arbeiten. Die Region hingegen ist für die Studenten von grosser Bedeutung. München, Stuttgart und Rhein-/Main stehen hoch im Kurs. Die beliebtesten Städte sind München und Frankfurt. Über die Hälfte der Studenten ist allerdings auch in Bezug auf die Stadt flexibel.

Kleinere Unternehmen sind stärker gefragt

Die Grösse des Arbeitsgebers spielt für knapp zwei Drittel der Studenten keine entscheidende Rolle. Ein Viertel bevorzugt kleinere Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern. Nur 16 Prozent möchten explizit in einem grösseren Unternehmen arbeiten.

Die Entwicklungsmöglichkeiten hingegen sind für die Studenten und Absolventen von grosser Bedeutung. Drei Viertel der Studenten haben Karriere-Ambitionen, möchten sich weiterentwickeln und Verantwortung übernehmen. "Mitarbeiter und Kunden sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren einer Firma. Unternehmen müssen kämpfen, um die besten Köpfe für sich zu gewinnen. Sie müssen die richtigen Werte und Perspektiven bieten, damit ihre Mitarbeiter auch langfristig ein interessantes und innovatives berufliches Zuhause vorfinden», sagt Markus Brunold.

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