Nachhaltige Personalpolitik

Familienunternehmen schätzen ihre Mitarbeiter

Eine aktuelle Studie bestätigt den Zusammenhang zwischen Personalpolitik, Engagement und Unternehmenserfolg.

Familienunternehmen pflegen im Gegensatz zu börsennotierten Unternehmen eine nachhaltigere und werteorientiertere Personalpolitik. Dadurch identifizieren sich die Beschäftigten stärker mit dem Unternehmen und tragen mit mehr Engagement zum Unternehmenserfolg bei. Das ist die zentrale Erkenntnis der Studie "Familienunternehmen 2010/2011" des Beratungshauses Auxilion. Befragt wurden 127 Führungskräfte deutscher Familienunternehmen sowie von Kapitalgesellschaften mit breit gestreuten Eigentumsanteilen. Die Erhebung ist eine Stichprobe aus der betrieblichen Praxis. Sie spiegelt eine Grundstimmung wider, aus der sich bestimmte Rückschlüsse ziehen lassen, betont das Beratungshaus.

Als typische Maßnahme der Personalpolitik von Familienunternehmen nennen 79 Prozent der Befragten, dass den Beschäftigten mehr persönliche Wertschätzung entgegengebracht wird. Knapp drei Viertel (73 Prozent) sagen, dass Familienunternehmen ein stärkeres Wir-Gefühl pflegen. Einen "Chef zum Anfassen" sehen 72 Prozent der Befragten als typisches Merkmal der Personalpolitik von Familienunternehmen. Fast zwei Drittel (65 Prozent) sind der Meinung, dass in Familienunternehmen die Mitarbeiterführung stärker auf der Beziehungs- statt auf der Sachebene geführt wird. 64 Prozent erklären, dass in Familienunternehmen den Beschäftigten größere Entscheidungsfreiheit gegeben wird. Mehr Vertrauen gegenüber den Beschäftigten sehen 61 Prozent der Befragten als ein Merkmal der Personalpolitik von Familienunternehmen.

Die besondere Personalpolitik der Familienunternehmen schlägt sich in einer stark ausgeprägten Unternehmensgemeinschaft nieder. So sagen 75 Prozent der Befragten, dass sich in Familienunternehmen die Beschäftigten stärker mit ihrem Unternehmen identifizieren als in börsennotierten Unternehmen. Zwei Drittel (64 Prozent) bestätigen, dass die Mitarbeiter stärker an das Unternehmen gebunden sind. Die Ergebnisse zeigen, dass Familienunternehmen attraktive Arbeitgeber sind. Dies können die Unternehmen im Sinne des Employer Branding nutzen, um im Kampfe um die besten Köpfe, qualifizierte Fach- und Führungskräfte für sich zu gewinnen.

Auch die Leistungsfähigkeit der Familienunternehmen profitiert von der speziellen Personalpolitik und der daraus resultierenden Loyalität und Motivation der Beschäftigten. 67 Prozent der Befragten sagen, dass das Engagement und die Produktivität der Beschäftigten in Familienunternehmen größer sind. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) geht davon aus, dass in Familienunternehmen der Krankenstand und die Fluktuation geringer sind. (jha)