DVD-Schreibformate im Überblick

Geschichtliche Entwicklung

Ende 1994 präsentierten Sony und Philips die Multimedia CD, kurz MMCD. Dieses neuartige optische Speichermedium fasste 3,4 GByte. Anfang 1995 setzten Hitachi, Matsushita, Mitsubishi, Victor, Pioneer, Thomson und Toshiba die Super Disc (SD) dagegen. Sie bot bis zu 4,6 GByte Speicherplatz. Nachdem die Film- und Computerindustrie erfolgreich zwischen den Parteien vermitteln konnte, einigte man sich auf die DVD-ROM als gemeinsames Format und schloss sich zum DVD-Konsortium, später zum DVD-Forum zusammen. Erste DVD-ROM-Laufwerke erschienen Ende 1996 in Japan.

DVD-ROM-Varianten

Die DVD-ROM besteht aus zwei miteinander verklebten Hälften. Unterseite und Oberseite sind jeweils 0,6 mm dick und tragen ein oder zwei Informationsschichten. Die offizielle Spezifikation für DVDs mit 120 mm wurde von der ECMA entwickelt und unterscheidet 4 DVD-Typen.

Bei der Medien-Kapazität rechnen die Hersteller mit dem Faktor 10 in andere Einheiten um: 1 KByte entspricht 1000 Byte - korrekt sind 1024 Byte. Eine DVD-5 mit 4,7 GByte Speichervolumen fasst nur 4,37 GByte an Daten.

DVD-5: Eine DVD-5 speichert laut Herstellerangabe bis zu 4,7 GByte. Sie besteht zu einer Hälfte aus einem Trägermaterial - meist ein Polycarbonat wie Makrolon -, auf das eine Aufzeichnungsschicht (Layer) aus Aluminium gedampft (gesputtert) ist. Zur anderen Hälfte besteht sie aus einem Dummy-Substrat.

DVD-10: Die nominelle Kapazität der DVD-10 beträgt 9,4 GByte. Das Medium besitzt auf beiden Oberflächen Aufzeichnungsschichten mit Trägermaterial. Um beide Seiten der DVD abzuspielen, muss sie im Wiedergabegerät gewendet werden.

Varianten der DVD-ROM: Die ECMA definierte 1996 vier DVD-Arten mit Kapazitäten von 4,7 GByte bis 17 GByte.
Varianten der DVD-ROM: Die ECMA definierte 1996 vier DVD-Arten mit Kapazitäten von 4,7 GByte bis 17 GByte.

DVD-9: Sie kann bis zu 8,5 GByte speichern. Sie besitzt zwei Datenebenen, die ein Laserstrahl von einer Seite aus lesen kann. Dazu muss die erste Datenebene halbdurchlässig sein, die zweite vollreflektierend. Als vollreflektierende Schicht wird Aluminium auf eine Halbseite aufgetragen. Die semireflektierende Ebene besteht in der Regel aus Gold (Au) oder Silizium (Si) und wird im Presswerk auf die zweite Halbseite aufgetragen.

Die halbdurchlässige Schicht bezeichnet man als Layer 0. Sie liegt der Leseoberfläche näher als die vollreflektierende Datenebene Layer 1. In der Praxis wird Layer 1 in das Dummy-Substrat eingeprägt und die Klebeschicht erfüllt die Funktion der Trennschicht (Spacer).

DVD-18: Auf einer DVD-18 lassen sich nominell bis zu 17,0 GByte speichern. Jede Hälfte einer DVD-10 besteht aus zwei Trägerschichten und jede enthält zwei Aufzeichnungsschichten, die durch eine dünne Schicht getrennt sind. Vereinfacht gesagt ist die DVD-18 eine Kombination zweier DVD-9-Hälften. Zum Lesen beider übereinander liegenden Datenebenen auf einer DVD-Seite kann der Laser durch das semitransparente Material auf die darunter liegende Aufzeichnungsschicht fokussieren. Für das Lesen der zweiten DVD-Seite muss das Medium wie eine DVD-10 gewendet werden.