Fritzbox, NAS oder doch ein Desktop-PC? Die Wahl einer Medienzentrale ist gar nicht einfach. Nicht nur die passende Hardware ist zu überlegen, sondern auch die richtige Software. Und bei beiden Entscheidungen gibt es eine Anzahl von Alternativen.

Der folgende Beitrag zeigt die wichtigsten Möglichkeiten für einen kostengünstigen Streaming-Server im Heimnetz. Dabei kommen die jeweiligen Vor- und Nachteile zu Wort. Außerdem gibt es zumindest fundamentale Anleitungen zum Einrichten der betreffenden Alternative.

Hardware 1: Fritzbox als Medienserver

Jüngere Fritzbox-Router ab Baujahr 2007 können als Daten-Server wie als UPnP-Streaming-Server auftreten. Dazu sind nur zwei Schritte notwendig:

1. Sie benötigen eine externe USB-Festplatte, die Sie an den USB-Port der Fritzbox anschließen.

Der interne Speicher neuerer Fritzboxen lässt sich zwar im Prinzip durchaus auch verwenden, ist aber viel zu klein und obendrein extrem langsam.

2. Nach dem Anschluss der Platte aktivieren Sie den Server über die Konfigurationsoberfläche mit der Option „Heimnetz > Mediaserver > Mediaserver aktiv“ und „Übernehmen“. Dabei handelt es sich dann um einen UPnP-Server. Als Daten-Server eignet sich die Option „Heimnetz > Speicher (NAS)“.

Praktische Router-Erweiterung: Mit einer am USB-Port angeschlossenen Festplatte wird die Fritzbox im Handumdrehen zum UPnP-Medienserver oder zum NAS-Datei-Server.
Praktische Router-Erweiterung: Mit einer am USB-Port angeschlossenen Festplatte wird die Fritzbox im Handumdrehen zum UPnP-Medienserver oder zum NAS-Datei-Server.

Die Platte kann bereits die Medien enthalten, sofern sie mit NTFS oder FAT32 (Windows) oder Ext2 (Linux) formatiert ist. Die Festplatte kann aber auch über das Netzwerk von jedem Windows- oder Linux-Rechner nachträglich gefüttert werden, wenn auch die Option „Speicher (NAS)“ aktiviert wurde. Dann erscheint die Fritzbox als „FRITZ-NAS“ in der Netzwerkliste. Die Fritzbox hat als Streaming-Server zwei große Vorteile: Die Server-Hardware liegt bereits vor, und der Router ist aufgrund seiner Hauptfunktion ein Gerät, das praktisch immer aktiv ist.

Hardware 2: NAS-Gerät als Medienserver

Alle NAS-Geräte (Network Attached Storage) zeigen in ihrer Konfigurationsoberfläche eine Option „UPnP AV Server“. Es ist nicht mehr erforderlich als das Aktivieren der Option und die Pfadangabe der Mediendateien.

Ob dieses Angebot dann tatsächlich hält, was es verspricht, hängt allerdings von der Software, der CPU und dem Speicher der Geräte ab, die sich preislich und qualitativ erheblich unterscheiden.

Bei kleinen Home-NAS ist eventuell nur die Auswahl eines einzigen Quellordners möglich, deren Medien der Server später ausliefern soll. Ein echtes technisches Problem ist das Einlesen großer Datenmengen in die Datenbank: Hier sind günstige Geräte, die oft nur 128 oder 256 MB Speicher enthalten, entweder absolut überfordert, oder das Erstellen der Datenbank dauert unzumutbar lange. Sind die Datenmengen überschaubar oder das NAS entsprechend gut ausgestattet, liefern NAS-Geräte die Medien mit UPnP-typischer Kategorisierung zuverlässig aus. Der Server wird von allen Clients ebenso zuverlässig erkannt. Medien sind auf einem NAS in jeder Hinsicht gut aufgehoben: Die stromsparenden NAS-Speicher laufen typischerweise permanent, somit sind die Medien immer verfügbar. Außerdem verspricht das Gigabit-Ethernet eines NAS auch dann ruckelfreie Filmwiedergabe, wenn sich mehrere Clients gleichzeitig bedienen.