50 Jahre Festplatte: Vom lahmen Riesen zum flotten Winzling

Schnittstellen im Wandel

Stellte IBM bereits 1956 eine Festplatte mit fünf MByte vor, so folgte dem 1979 Seagate mit der ST506, welche im 5,25-Zoll-Formfaktor und voller Bauhöhe ebenfalls fünf MByte speichern konnte. Dieser Festplattentyp wurde ein Industriestandard und arbeitete seitdem in CP/M-Systemen und dem ersten IBM-PC.

Erste 5,25-Zoll-Festplatte: Mit Seagates 1979 vorgestellten ST506 gab es fünf MByte Speicherkapazität im 5,25-Zoll-Format. Das Laufwerk verwendete die MFM-Schnittstelle. (Quelle: Seagate)
Erste 5,25-Zoll-Festplatte: Mit Seagates 1979 vorgestellten ST506 gab es fünf MByte Speicherkapazität im 5,25-Zoll-Format. Das Laufwerk verwendete die MFM-Schnittstelle. (Quelle: Seagate)

Nur wenig später kam das Modell ST412 mit zehn MByte auf den Markt. Beide nutzten das MFM-Aufzeichnungsverfahren, das bereits bei Floppy-Disks (5,25 Zoll) genutzt wurde.

Mit dem Nachfolger RLL wurden die Geschwindigkeit und die Kapazität um 50 Prozent gesteigert. War die Intelligenz bei MFM-Festplatten noch vollständig auf einem externen Controller untergebracht, wanderte diese bald Richtung Festplatte. Die Schnittstellen waren also mit ein wichtiges Merkmal, um Daten schnell auszutauschen: IDE und SCSI wurden spezifiziert.

Über die Jahre wurden teilweise unterschiedliche Schnittstellen für den Datentransport von der Festplatte zum Computer spezifiziert. Wurden anfänglich die Daten noch parallel mit 8 (SCSI-I) beziehungsweise 16 Bit (Wide SCSI, IDE/ EIDE, ATA/ATAPI) über das Schnittstellenkabel transportiert, so folgte man in der letzten Zeit auch hier dem Trend zur seriellen Datenübertragung (SATA, SAS). Schon früh etablierte IBM die SAA (Serial Storage Architecture) im Storage-Bereich. Hochleistungsfestplatten kamen dann mit Fibre-Channel (FC-AL) als Schnittstelle.

Im SCSI-Bereich ist Ultra 320 der aktuelle Standard, der eine Übertragungsrate von 320 MByte/s von und zum Controller für alle 16 Geräte gemeinsam ermöglicht. In der parallelen und seriellen Datenübertragung wurden die Signalspannungen verringert und die Leitungspaare symmetrisch ausgelegt – die Übertragung erfolgte differenziell (LVD, SAS, SATA). Die Vorteile von SCSI – Abwärtskompatibilität, kombinierbar, auch für externe Geräte – wurden auch teilweise für SATA übernommen.

Nachfolgend finden Sie die verschiedenen Festplattenschnittstellen chronologisch aufgelistet:

  • 1979: ST506 Standard Seagate (keine Intelligenz)

  • 1981: ST412 Standard Seagate (keine Intelligenz)

  • 1979: SCSI entwickelt (namentlich vorher: SASI)

  • 1986: SCSI wurde ANSI Standard X3.131-1986

  • 1983: ESDI Maxtor kompatibel zu ST506, mehr Intelligenz im Laufwerk

  • 1986: IDE-1

  • 1989: ATA-1

  • 1994: ATA-2 = EIDE

  • 1994: Fibre Channel (FC)

  • 2001: ATA/ATAPI 7

  • 2001: Ultra 320 SCSI

  • 2002: Serial ATA-1

  • 2004: Serial Attached SCSI (SAS)

  • 2005: SATA-2, external SATA (eSATA)