Ex-CompuServe-Chef Felix Somm im Interview
"Man muss seine Kunden aufmerksam machen"
tecChannel: Hat sich mit dem heutigen Freispruch für Sie das Teledienstegesetz als Rechtsgrundlage bewährt?
Somm: Wir haben sogar vorher in den Anhörungen mitgearbeitet. Ich denke, das Gesetz ist eine gute, solide Grundlage. Es muss nur in der Praxis angewendet, es muss verstanden werden. Es ist heute zum ersten Mal sauber und direkt umgesetzt worden. Wenn das so weitergeht, ist das ein gutes, solides Gesetz, das seinen Zweck erfüllt.
tecChannel: Was raten Sie anderen Service Providern? Der Richter hat heute mehrfach betont, das Internet sei gefährlich. Wie sollte man mit diesen ganzen Problemen, auch mit anderen Straftaten, als Service Provider umgehen?
Somm: Der Professor Pfitzmann hat eigentlich schon Recht, man hat keine Chance, es zu kontrollieren. (Anm.d.Red.: Prof. Pfitzmann von der TU Dresden trat im Verfahren als Sachverständiger auf.) Man muss im Prinzip seine Kunden aufmerksam machen. Man sollte auf jeden Fall in der Firma eine Stelle bestimmen, die als Ansprechpartner da ist, die was immer von Außen kommt, seien es Polizeianfragen, sei es Kunden-Feedback, seien es Hotline-Anfragen, entgegennimmt, nachprüft und entsprechende Konsequenzen ergreift. Der soll nicht alibimäßig benannt werden. Das muss sein Job sein, der sollte sich vielleicht auch mal beim Herrn Möwes vorstellen, dann weißt der gerade, mit wem er reden muss. (Anm.d.Red.: Kriminalhauptkommissar Möwes leitet das Kommissariat zur Bekämpfung von Computerkriminalität in München)
tecChannel: Herr Somm, wir danken Ihnen für dieses Gespräch. (nie)



