RFID - Die technischen Grundlagen

von Prof. Dr. Axel Sikora, 05.04.2006
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Normen und Gremien

Für RFID-Systeme sind weltweit zahlreiche Aktivitäten im Gange, die fast so vielfältig sind wie die technischen Varianten. So beschreibt eine Vielzahl von Normen (siehe nachfolgende Tabelle) die Rahmenbedingungen bei der Nutzung von RFID. Diese sind von den weltweiten Gremien der International Organization for Standardization (ISO) ausgearbeitet worden. Darüber hinaus muss man im Zusammenhang mit RFID auch das “Netzwerk“ der EPCglobal Inc. nennen.
ISO- und EPCglobal-Standards (Quelle: Bitkom)
Standard
Gegenstand des Standards
Frequenzen
Auto-ID Class 0
Parameter für die Air Interface Communication
860 – 930 MHz
Auto-ID Class 1
Parameter für die Air Interface Communication
860 – 930 MHz
EPCglobal Gen 2
Parameter für die Air Interface Communication, Ablösung für Class 0 und 1 vorgesehen, wurde Anfang 2005 bei ISO eingereicht.
860 – 930 MHz
ISO 14443
Air Interface und Initialisierung für Identifikationskarten, Kundenkarten
13,56 MHz
ISO 15693
Regelung für eindeutige Ident-Nummern („Unique Identifier“) für Transponder beziehungsweise Tags
13,56 MHz
ISO 18000
RFID Air Interface Standard
ISO 18000-1
Allgemeine, global geltende Parameter für Air Interfaces
alle
ISO 18000-2
Allgemeine Parameter für Air Interfaces
125; <134 KHz
ISO 18000-3
Allgemeine, global geltende Parameter für Air Interfaces, Reichweite maximal 5 m, Nachfolger der ISO 15693
13,56 MHz
ISO 18000-4
Allgemeine, global geltende Parameter für Air Interfaces
2,45 GHz
ISO 18000-5
Annulliert
5,8 GHz
ISO 18000-6
EPCglobal Generation 2 Tags (in der Entwicklung)
860 – 930 MHz
EPCglobal ist aus dem Zusammenschluss der EAN International (European Article Numbering Association) und des Universal Code Council (UCC) entstanden. Die technischen Grundlagen haben sich aus dem Auto-ID Center des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston entwickelt, das zu Gunsten von EPCglobal im Jahr 2003 aufgelöst wurde. Dieses hat ein Netzwerk und eine Infrastruktur definiert und aufgebaut, die in weiten Teilen den Strukturen des Internets entsprechen, wie die folgende Tabelle zeigt:
Struktur des EPCglobal-Netzwerks im Vergleich zum Web (Quelle: Bitkom)
World Wide Web
EPCglobal-Netzwerk
DNS
Zentrales System, das die Abfrage von Webseiten und E-Mails steuert.
ONS
Zentrales Verzeichnis der bei EPC registrierten Hersteller, das Anfragen nach Produktinformationen steuert.
Websites
Ort (Ressource), an dem sich Informationen zu einem bestimmten Thema befinden.
EPC Information Services
Ort (Ressource), an dem sich Informationen über ein Produkt befinden.
Search Engines
Instrument für das Auffinden von Webseiten
EPC Discovery Services
Instrument für das Auffinden von EPC-Informationen
SSL
Sicherheitsstandard für Webseiten
EPC Security Services
Instrument für den sicheren Zugang in Anhängigkeit von Rechten.
Das EPC wird in Deutschland durch die Kölner GS1 Germany GmbH vertreten. EPC steht hierbei für Electronic Product Code, dessen Datenstruktur beispielhaft wie folgt aufgebaut ist:
Beispiel und Struktur einer EPC-Nummer (Quelle: Bitkom)
Feldname
Länge (Bytes)
Kommentar
Datenkopf
2
Für interne Steuerungszwecke des Netzwerks, Versionsbezeichnungen, Formatangaben
Hersteller (EPC Manager)
7 - 9
Nummer wird in Deutschland von GS1 vergeben.
Teilenummer (Objektklasse)
6
Produzent- und Teilenummer entsprechen der EAN aus dem EAN.UCC-System; pro EPC besteht eine Kapazität für 1 Million Artikel.
Seriennummer
9
Diese Nummer dient der ein-eindeutigen Bezeichnung individueller Teile; Kapazität pro Hersteller: 100 Milliarden Artikel
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